Air Berlin steht vor massivem Umbau

Die Lufthansa will einem Zeitungsbericht zufolge einige Strecken des angeschlagenen Rivalen Air Berlin ab dem Winterflugplan übernehmen. Der Lufthansa-Aufsichtsrat solle das Geschäft bei seiner nächsten Sitzung Ende September absegnen.

Geplant sei auch eine Zusammenarbeit mit dem Air Berlin-Großaktionär Etihad, berichtetet die SZ am. Es gebe jedoch noch Differenzen über den Umfang der Kooperation, hieß es weiter.

Insgesamt wolle die Lufthansa etwa 40 Flugzeuge von Air Berlin inklusive Besatzungen mieten. Air Berlin übertrage damit den Teil ihres Netzes, der nicht die beiden Drehkreuze in Berlin und Düsseldorf berühre. Übernehmen solle die Flugzeuge die Lufthansa-Tochter Eurowings. Weder Lufthansa noch Etihad wollten sich der Zeitung gegenüber äußern.

Die mit ihrem Mallorca-Shuttle bekanntgewordene Air Berlin steckt wegen eines übereilten Expansionskurses und einer unklaren Strategie tief in der Krise. In den vergangenen acht Jahren wurden unter dem Strich nur einmal schwarze Zahlen eingeflogen. Vergangenes Jahr erreichte der Nettoverlust mit knapp 450 Millionen Euro Rekordhöhe.

Die Pilotengewerkschaft «Vereinigung Cockpit» mahnte mehr Transparenz an. Die Kollegen bei Air Berlin und dem möglichen Kooperationspartner Tuifly seien verunsichert über die Zukunft ihrer Jobs, sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Montag. «Wir brauchen zügig verlässliche Informationen.» Das gelte auch für die Piloten der rund 40 Maschinen, die an die Lufthansa-Tochter Eurowings vermietet werden sollen.

Tuifly-Aufsichtsratschef Henrik Homann und Geschäftsführer Jochen Büntgen hatten am Freitag in einem Brief an die Belegschaft bestätigt, dass Tuifly «angesichts der wirtschaftlich schwierigen Situation der Air Berlin» immer wieder mit dem Unternehmen selbst und Partnern im Gespräch sei und mögliche Kooperationen auslote. Schließlich müssten sie die wirtschaftlichen Interessen ihres Unternehmens mit insgesamt 41 Flugzeugen wahren.

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