Wegen Deutsche Bank: NordLB bläst Bond-Emission ab

Die Krise bei der Deutsche Bank erschwert anderen Unternehmen die Platzierung von Anleihen. Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) blies am Dienstag die Emission eines vorrangigen Bonds mit einem Volumen von 500 Millionen Euro ab.

Die Preisvorstellungen der Investoren hätten nicht den Erwartungen entsprochen, sagte ein Banker aus dem Konsortium, das die Platzierung organisieren sollte. „Derzeit herrscht zu viel Unsicherheit am deutschen Bankenmarkt.“ Am Montag hatte die Lufthansa die Platzierung einer Anleihe mangels Investoren-Nachfrage abgebrochen.

Die Papiere der Deutschen Bank befinden sich wegen einer drohenden Milliarden-Strafe in den USA und Sorgen vor einer weiteren Kapitalerhöhung im freien Fall. Auch die Erklärungen der Bundesregierung und der Bank, Staatshilfen seien kein Thema, konnten die Talfahrt nicht stoppen. Am Dienstag fielen die Papiere von Deutschlands größtem Geldhaus um 3,4 Prozent auf das neue Rekordtief von 10,19 Euro.

Die NordLB selbst steht wegen der Flaute in der Schifffahrt unter Druck. Sie muss ihre kriselnde Tochter Bremer Landesbank retten und erwartet im laufenden Jahr einen „deutlichen Verlust“. Die Ratingagentur Moody’s hat die Hannoveraner Bank deshalb kürzlich herabgestuft. Ein Banksprecher bestätigte, dass die NordLB die Platzierung einer ungedeckten Inhaberschuldverschreibung mit einer Laufzeit von sieben Jahren abgeblasen hat. „Wir haben uns entschieden, die Transaktion aufgrund des aktuellen Marktumfelds nicht zu machen. Das ist ein ganz normaler Vorgang.“

Für die NordLB ist es nicht die erste geplatzte Emission. Bereits im Frühjahr 2015 wollte das Institut bei Investoren eine neuartige Anleihe platzieren, einen sogenannten AT1-Bond. Das ist allerdings bis heute nicht gelungen. AT1-Bonds werden im Falle einer Krise abgeschrieben, wenn die Eigenkapitalquote einer Bank unter eine bestimmte Hürde fällt.

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