AfD legt bundesweit auf 14 Prozent zu

Die AfD hat nach ihrem Erfolg bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus auch bundesweit zugelegt. In dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend kletterte die AfD auf 14 Prozent und damit ihren in dieser Umfrage höchsten Wert.

Wenn jetzt der Bundestag neu gewählt würde, wäre die rechtspopulistische Partei hinter der unverändert bei 33 Prozent liegenden Union und der ebenfalls unverändert bei 23 Prozent liegenden SPD drittstärkste Kraft. Die FDP legt einen Punkt auf sechs Prozent zu

Die Grünen verlieren in der Umfrage einen Punkt und erreichen zehn Prozent, die Linke verbessert sich um einen Punkt auf neun Prozent. Die FDP bleibt bei sechs Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte, „wie zuvor schon in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zog die AfD auch in Berlin massiv Wähler an, die zuvor ihr Kreuz bei der NPD oder anderen rechtsextremen Parteien gemacht hatten.“ Dieser Trend sei „auch auf Bundesebene zu registrieren“.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat Politiker zur Zurückhaltung bei ihrer Wortwahl in der Flüchtlingsdebatte ausgerufen und vor Imageschäden für deutsche Produkte durch den Eindruck von Fremdenhass gewarnt. Politiker äußerten sich gegenüber Flüchtlingen und Fremden in einer Weise, die ihnen vor einiger Zeit peinlich gewesen wäre, sagte Kramer der Passauer Neuen Presse vom Samstag. Das sei unerträglich. „Man gräbt der AfDnicht das Wasser ab, indem man argumentiert wie sie“, sagte Kramer laut Vorabbericht. „Wer gegen Fremde ist, sucht sich das Original und nicht die Kopie.“

Im Ausland seien die Deutschen für die Willkommenskultur gefeiert worden, mit denen sie die Flüchtlinge aufgenommen hätten. Das ändere sich gerade, und es entstehe ein anderes Bild von Deutschland, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. „Wenn nachhaltig der Eindruck entsteht, dass der Fremdenhass stärker ist als die Willkommenskultur, wird das ein großes Problem. Das könnte unter anderem dazu führen, dass das Image deutscher Produkte leidet und die Investitionsbereitschaft zurückgeht“, warnte er.

Auch die Bundesregierung hat sich in ihrem jüngsten Bericht zur Deutschen Einheit besorgt über die Zunahme fremdenfeindlicher und rechtsextremistischer Gewalt in den ostdeutschen Bundesländern gezeigt. Diese sei eine „sehr ernste Bedrohung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung“.

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  1. Slackstick sagt:

    Die Deutschen mögen in Syrien, Marokko und Tunesien für die Willkommenskultur gefeiert worden sein, aber mit Sicherheit nicht in Frankreich, Großbritannien, Polen, Ungarn, …