Verpackung aus Milch

US-Forschern ist es gelungen, eine Plastikfolie aus Milch herzustellen. Sie schützt Lebensmittel vor und kann sogar mitgegessen werden. Die genutzten Milchproteine schützen deutlich besser als Folien auf Ölbasis.

Mittlerweile sind viele Speisen in Supermärkten eingeschweißt – nicht selten sind sie außerdem zwei bis drei Mal verpackt. Viele der Verpackungen basieren auf Öl. Verpackungen aus alternativen Stoffen sind daher immer gefragter. Forscher der American Chemical Society haben nun eine Alternative aus Milch geschaffen.

„Die aus Milchproteinen basierten Verpackung  sind starke Sauerstoffblocker, die den Verderb von Lebensmitteln verhindern“, sagte die leitende Forscherin Peggy Tomasula auf dem 252. Treffen der American Chemical Society. „Als Verpackung genutzt könnte man Lebensmittelverschwendung entlang der Nahrungskette verhindern. Grundlage der neuen Verpackung ist Kasein, das Protein der Milch. Die Forscher konnten damit eine dünne Folie produzieren. Die so hergestellte Verpackung halte Sauerstoff 500mal besser von Lebensmitteln fern als ölbasierte Folien.

In den ersten Versuchen war die auf Milch basierte Verpackung jedoch nicht haltbar genug. Schnell löste sie sich bei Feuchtigkeit auf. Das Hinzufügen von Pektinen aus Zitrusfrüchten machte die Folie jedoch widerstandsfähiger. Da die neue Verpackung aus Milch besteht, ist sie zudem biologisch abbaubar. Packt man beispielsweise eine Suppe oder Nudeln darin ein, kann man die Verpackung mit im heißen Wasser auflösen. Zukünftig könnte man in die Milchverpackung auch Gewürze oder Vitamine einarbeiten, die dann beim Auflösen der Verpackung in heißem Wasser freigesetzt werden.

„Die Anwendungen für dieses Produkt sind endlos“, sagt Laetitia Bonnaillie, die ebenfalls an der Milchverpackung mitgeforscht hat. Man könnte beispielsweise auch Chips oder Salzstangen darin verpacken, um zu verhindern, dass wie bei Tetrapacks Stoffe aus der äußeren öl-basierten Verpackung in die Lebensmittel eindringen. Bei Cornflakes beispielsweise nutzt man häufig Zucker, der auf die Flakes gesprüht wird, damit diese trotz möglicher Feuchtigkeit knusprig bleiben. Statt Zucker könnte man nun aber auch den Milch-basierten Film zum Einsprühen nehmen.

Die Forscher rechnen mit einem Einzug der Milchverpackung in den Markt in ungefähr drei Jahren. Die Folie ist noch nicht so dehnbar, wie die Forscher es gern hätten und einige andere Weiterentwicklungen sollen in den kommenden Monaten noch folgen.

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  1. Uwe Koehler sagt:

    1979 haben wir im Chemieunterricht duenne Folien aus Kasein hergestellt.Und das war ein industrielles Verfahren aus den 40-ern.Toller Wissenszuwachs!