DMN-Reihe „Das bewegt deutsche Mittelständler“: Erfahrung schützt vor Fehlern nicht

Der deutsche Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Vor allem viele Unternehmen, die außerhalb des Rampenlichts großer Konzerne agieren, prägen die Wirtschaft Deutschlands. Sie sind Impulsgeber, Wertebewahrer und Exportmeister. Zusammen mit dem Econ-Verlag werfen die Deutschen Mittelstands Nachrichten in ihrer Reihe „Das bewegt den Mittelstand“ einen genauen Blick in die Welt der leisen Sieger.

In Sachen Innovation und Beständigkeit ist der Mittelstand aus der deutschen Wirtschaft nicht wegzudenken. Viele Arbeitsplätze und die meisten Erfolge großer internationaler Konzerne hängen von der Wertschöpfung der Mittelständler ab. „Die Rede ist von einigen tausend Industrieunternehmen des Maschinenbaus, der Antriebstechnik, der Medizintechnik, der elektrotechnischen Industrie, der Verpackungsindustrie, der optischen Industrie und vor allem – übergreifend betrachtet – der Zulieferindustrie“, so Heiner Kübler und Carl A. Siebel in ihrem Buch „Mittelstand ist eine Haltung. Die stillen Treiber der Deutschen Wirtschaft“.

Entscheidend für den Erfolg der deutschen Mittelständler ist tatsächlich ihre Haltung. Dazu gehören „langfristiges Denken und Handeln im Sinne des Lebenswerks, vorsichtiger Umgang mit Geld, die Mitarbeiter machen das Unternehmen aus sowie Vertrauenskultur als Basis für langfristigen Erfolg“.

Jüngst zeigte sich das bei dem Blick auf die deutsche Automobilindustrie. Während die großen Konzerne wie BMW, VW und Daimler sich noch auf die Verbrennungsmotoren stürzten und in Sachen Elektromobilität nur verhalten produzierten, haben Zulieferer hier bereits wichtige Weichen gestellt. Im Bereich des automatisierten Fahrens sind deutsche Zulieferer sogar Innovationstreiber.

Zusammen mit dem Econ-Verlag und den beiden Autoren Heiner Kübler und Carl A. Siebel präsentieren die Deutschen Mittelstands Nachrichten in der DMN-Reihe „Das bewegt deutsche Mittelständler“ in den kommenden Wochen regelmäßig Einblicke in den deutsche Mittelstand, die Hidden Follower. „Wir vermuten, dass es in Deutschland mehr als 1500 solcher Hidden Followers gibt“, so die Autoren. „Die Hidden Champions und Hidden Followers machen dann zusammen mehr als 2800 Firmen aus. Vor allem sie sind gemeint, wenn Menschen in aller Welt vom German Mittelstand sprechen.“

Heute in unserer Reihe:

Digitalisierung nicht verpassen

Erfolgreiche Mittelständler mit einer Firmengeschichte von mehr als zehn Jahren gelten in ihrer Branche oft als Spezialisten und werden daher meist als Standbein einer Branche angesehen. Doch dieser Ruf kann, wenn man sich darauf zu lang ausruht, zu einer falschen Sicherheit werden. So wie Nokia damals als Handyhersteller den Tipping Point in Sachen Smartphone und Touchscreen verpasste, ging es auch einem Unternehmen für Elektrogeräte wie Rauch-Feuchte- und Windmelder, das wir hier aus Datenschutzgründen SIGMELD nennen. Seit Jahren liefen die Geschäfte mit den Großhändler sehr gut: In Deutschland war die Position gefestigt und in 30 weiteren Ländern war man aktiv.

Dass Geschäfte seit Jahrzehnten gut laufen, heißt jedoch nicht, dass sie die kommenden zehn Jahre gut laufen oder dass es keine neuen Entwicklungen im Unternehmen geben muss. Gerade in Sachen Digitalisierung ist jedes Unternehmen jeder Branche gefragt, sein Angebot zu überdenken, neue Strategien zu entwickeln und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. Die Digitalisierung ist kein kurzer Trend, der vorüber geht. Es ist ein Richtungswechsel, der neue Unternehmen großgemacht hat und Unternehmen, wie Institutionen und Verbraucher stärker vernetzt.

Diese Erfahrung musste SIGMELD auch machen. Zwar gewann die Smart Home-Technologie immer stärker in den Haushalten und auch bei Unternehmen an Bedeutung, das Unternehmen für Elektrogeräte wie Rauchmelder ignorierte die neue Entwicklung jedoch und vertraute auf die Wertigkeit der eigenen, bewährten Produkte.

Gerade in langjährigen, erfolgreichen Unternehmen ist es aber umso wichtiger, sich trotz des Urvertrauens in die eigenen Kompetenzen zusammenzusetzen und neue Trends sowie ihre Folgen für das eigene Geschäft gemeinsam zu bewerten. Im Fall des betrachteten Unternehmens stellte sich heraus, dass Smart Home dazu führen wird, dass die eigenen Produkte, die auf eine alte Kommunikations- und Anschlusstechnik setzten, bald nicht mehr nachgefragt werden könnten.

Hier war es nun wichtig, eigenen Strategien für neue Produkte und deren Vermarktung zu entwickeln, auch wenn dies einen mehrjährigen Prozess und einige Umbaumaßnahmen nach sich ziehen sollte. Das Beispiel SIGMELDS zeigt, wie schnell Konkurrenten und wichtige technische Wandlungen schnell dazu führen können, ein etabliertes Unternehmen an den Rand des Abgrunds zu führen.

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Das Buch Mittelstand ist eine Haltung: Die stillen Treiber der deutschen Wirtschaft“ ist im September im Econ-Verlag erschienen. Die beiden Autoren Heiner Kübler und Carl A. Siebel schauen dabei hinter die Kulissen des Deutschen Mittelstandes. Erfolg und Misserfolg ist hier gleichermaßen zu finden. Entscheidend jedoch ist, wie die Mittelständler mit den Misserfolgen umgehen

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