Die Schweiz hält sich als bester Wirtschaftsstandort

Das achte Jahr in Folge steht die Schweiz an der Spitze des Global Competitiveness Ranking des World Economic Forum.

Singapur und die USA folgen auf Rang 2 und 3. In dem „Global Competitiveness Report“ werden 138 Länder anhand von mehr als 100 Indikatoren bewertet. „Sie verfügt über eines der fruchtbarsten Innovations-Ökosysteme der Welt und kombiniert ein sehr günstiges politisches Umfeld mit guter Infrastruktur, wissenschaftlicher Exzellenz sowie der unvergleichlichen Fähigkeit, die besten Talente und großen multinationalen Unternehmen zu gewinnen“, hieß es. Außerdem verfüge das Land über ein dichtes Netz von kleinen und mittleren Unternehmen.

In allen 12 Bereichen hat die Schweiz sehr gut abgeschnitten. Es gibt jedoch auch Schwächen. So werden die komplizierten Verfahren bei Gründungen bemängelt. Aber auch der niedrige Frauenanteil sowie die deflationären Tendenzen im Land. „Sollte die Schweiz strikte Einwanderungsquoten einführen, könnte das sehr schlecht für ihre Wettbewerbsfähigkeit sein“, sagt einer der Autoren der Studie, Thierry Geiger, gegenüber swissinfo.ch.

Auf einer Skala von 1 bis 7 erreichte die Schweiz eine Gesamtnote von 5,81 Punkten und damit den besten Wert seit Einführung der geltenden Bewertungsskala im Jahr 2007. Die Innovationskraft der Schweiz zeigt sich auch in den Patentanmeldungen. Weltweit steigt jedes Jahr die Zahl der Patentanmeldungen. Allein 2015 kamen 218.000 neue dazu, wie der aktuelle Bericht der Weltorganisation für geistiges Eigentum zeigt. Das ist eine Steigerung um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 58.000 neuen Patentanmeldungen (+6,7 %) waren die USA Spitzenreiter, gefolgt von Asien. Allein in China gab es ein Plus von 17 Prozent. Die Schweiz lag mit 4.300 Patentanmeldungen und einer Steigerung um 4,4 Prozent ebenfalls unter den Assen in Sachen Innovation. Allein der Energie- und Automationskonzern AAA und Nestlé meldeten Patente im dreistelligen Bereich an. Die Schweiz führt vor Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und den USA die Liste der fünf innovativsten Länder an, so der WIPO-Bericht.

Auch Deutschland ist vorne mit dabei. „Das konjunkturelle Umfeld ist stabil, das Staatsdefizit sehr niedrig“, begründete das WEF den vorderen Platz Deutschlands. In der technologischen Entwicklung habe es Fortschritte gegeben, ebenso im Bereich Innovation. „Eine große Herausforderung wird in den kommenden Jahren die Integration der großen Zahl von Migranten sein“, hieß es. Luft nach oben sehen die Experten beispielsweise bei der Steuergesetzgebung und in Sachen Bürokratieabbau. Österreich konnte sich um vier Plätze auf Rang 19 verbessern.

Aufgrund seiner Innovationskraft konnte die Schweiz zuletzt auch im Global Innovation Index 2016 sehr gut abschneiden: auf Rang 1. Schweden, Großbritannien und die USA folgten auf den hinteren Rängen. Deutschland schaffte Rang 10. Anhand von 82 Indikatoren, die sowohl den für Innovationen nötigen Input als auch den damit erzielten Output betreffen, werden insgesamt 128 Länder von der World Intellectual Property Organization (Wipo), dem Insead und der Cornell University beurteilt.

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