Exporteure erwarten weniger Wachstum

Die deutschen Exporteure rechnen mit einem schwachen Wachstum. Ihr Auslandsgeschäft lege in diesem Jahr um maximal zwei Prozent zu.

Für 2017 wird mit einem Plus von höchstens 2,5 Prozent gerechnet, erklärte der Außenhandelsverband BGA. Ursprünglich hatte er in diesem Jahr ein Plus von bis zu 4,5 Prozent angepeilt, doch signalisierte BGA-Präsident Anton Börner bereits im August im Reuters-Interview eine Halbierung dieser Prognose. „An allen Ecken und Enden der Welt kriselt es, nicht zuletzt vor den Toren Europas“, begründete Börner in Berlin nun die zunehmende Skepsis.

„Trotzdem wird der deutsche Außenhandel einen neuen Rekord bei den Ausfuhren verzeichnen“, betonte der Verbandschef. Der Auslandsumsatz summiere sich in diesem Jahr auf 1,22 Billionen Euro, 2017 auf 1,25 Billionen Euro. Trotz der Bestmarken überwiegen bei dem Branchenverband aber die Molltöne. „Das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen“, sagte Börner. „So stehen alleine in Europa zahlreiche Wahlen und wichtige Entscheidungen mit völlig ungewissem Ausgang an, etwa in Italien, den Niederlanden, Frankreich und in Deutschland.“ Auch bleibe abzuwarten, wie die Weichen beim geplanten EU-Austritt Großbritanniens gestellt würden.

Während beispielsweise exportierten chemischen Erzeugnissen und Maschinen im ersten Halbjahr Rückgänge verzeichneten, konnten lediglich Kraftwagen und Kraftwagenteile ein Wachstum von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen.

Die Importe steigen der Prognose zufolge in diesem Jahr trotz der guten Binnenkonjunktur nur um 0,5 Prozent auf 953 Milliarden Euro. Grund dafür seien vor allem die gesunkenen Rohstoffpreise. 2017 soll es dann ein Plus von 1,5 Prozent auf 967 Milliarden Euro geben.

„Wenn wir die Weltmärkte sichern wollen, brauchen wir insbesondere Europa, unseren wichtigsten Kernmarkt. Europa zu verlieren, verkraften wir nicht!“ Europa habe es mit politischen Phänomenen zu tun, die man national nicht lösen könne. „Ich nenne nur den Terrorismus, der nicht aufhören sondern zunehmen wird, das Thema Immigration und die Aggression aus der islamischen Welt und Russland. Alle diese Themen lassen sich nur supranational lösen“, so Börner.

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  1. Dirk sagt:

    Vermutlich kauft die EZB in Zukunft nicht nur Staatsanleihen und Aktien, sondern auch Autos und Konsumgüter……