IWF fordert höhere Ausgaben von Deutschland

Der IWF hat Deutschland und einige andere Staaten aufgerufen, mehr für das weltweite Wachstum zu tun. Gerade in der Infrastruktur könnten neue Investitionen getätigt werden, so die IWF-Chefin Lagarde.

„Ich glaube, dass einige Länder Finanzspielräume haben, die sie nutzen sollten“, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag bei der Jahrestagung ihrer Organisation in Washington. Dabei nannte sie konkret Deutschland und Kanada, aber auch Südkorea. Bei Deutschland hoffe sie, dass die gerade angekündigten Steuersenkungen der Regierung von gut sechs Milliarden Euro im Jahr nur Teil eines umfassenderen Pakets sei, mit dem das Land seine Finanzspielräume nutze, um mehr Wachstum zu schaffen und so der globalen Wirtschaft zu helfen.

Lagarde sagte, sie glaube beispielsweise, dass es im Infrastrukturbereich in Deutschland etliches zu tun gebe, was mit Investitionen nun angegangen werden sollte. Angesichts der sehr niedrigen Finanzierungskosten sei jetzt der richtige Zeitpunkt, hier mehr zu tun. Es komme darauf an, die Geld- und Finanzpolitik sowie wachstumsfördernde Strukturreformen entsprechend den nationalen Gegebenheiten zu nutzen und zu mixen, um mehr nachhaltiges Wachstum zu erzielen.

„Es ist Zeit zum Handeln“, sagte Lagarde. Das sei der Appell, der vom IWF-Jahrestreffen ausgehen sollte. Dabei gehe es aber nicht einfach nur um mehr Wachstum, sondern auch eine gerechtere Teilhabe aller Länder und Menschen daran. Werde dies vergessen, stärke man Kräfte, die der Globalisierung kritisch gegenüberständen und damit letztlich das globale Wachstum zu dämpfen drohten.

 

Kommentare

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Klingt ja alles schön und gut.
    Nur eben aus welcher Kasse soll die BRD das begleichen.
    Geldschöpfung= Schuldverschreibungen. Steuern oder was?
    Oder gar für weitere Schuldverschreibungen als ,,Sicherheit,,
    schlicht nicht mehr eintreibbare Schuldverschreibungen hinterlegen?
    Gelegentlich fragt man sich denn doch wieviel an nüchtern,
    solidem Ökonomischem Sachverstand in diesen Institutionen
    noch verfügbar ist.
    Das deutet denn doch eher in Richtung fast Totaler Ratlosigkeit.
    Na ja etwas müssen die ja wohl verzapfen.
    Zur Not dürfen es offenbar auch Bastlerrezepte sein.