Skandal um Malaysia-Fonds weitet sich aus

Der milliardenschwere Korruptionsskandal in Malaysia zieht auch in der Schweiz immer weitere Kreise.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft stellte Angaben zufolge zusätzliche strafbare Handlungen fest, die den Finanzplatz des Landes beträfen. Die Behörde fand Hinweise auf Veruntreuung von Investitionen des malaysischen Staatsfonds SRC im Umfang von 800 Millionen Dollar. „Die Analyse aller Finanzdokumente führte zum ernsthaften Verdacht, dass möglicherweise Schweizer Banken in diese kriminellen Aktivitäten verwickelt sind und dass unser Finanzplatz missbraucht wurde, um rechtmäßige malaysische Staatsfonds zu betrügen“, erklärte der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber in einer Rede in Singapur.

Aus diesem Grund hat die Bundesanwaltschaft nun ein weiteres Mal die malaysischen Behörden um Rechtshilfe gebeten. Ziel des ergänzenden Rechtshilfeersuchens sei die Erhebung weiterer Beweismittel zur Überprüfung des vorliegenden Sachverhaltes sowie die Unterstützung der malaysischen Behörden, damit allfällige Geschädigte der Straftat ihre Rechte im Schweizer Strafverfahren wahrnehmen könnten.

Gestützt auf mehrere Berichte von Schweizer Banken hatte die Behörde ihre Untersuchung vor rund einem Jahr eingeleitet. Dabei entdeckte die Bundesanwaltschaft mutmaßliche Veruntreuung beim malaysischen Staatsfonds 1MDB. Zuletzt rückte nun auch SRC, die ursprünglich zu 1MDB gehörte, in den Blickpunkt der Ermittler. Sowohl bei 1MDB als auch bei SRC sei die Veruntreuung der Gelder über eine Art Schneeballsystem, ein sogenanntes „Ponzi-System“, verschleiert worden. Die Bundesanwaltschaft habe die malaysischen Behörden erneut um Rechtshilfe ersucht. 1MDB sei von den Schweizer Ermittlern nicht kontaktiert worden, erklärte ein Sprecher des Staatsfonds.

Gegenwärtig seien in dem Verfahren vier Personen und eine Bank beschuldigt. Die Bundesanwaltschaft gab den Namen der Bank nicht bekannt. Doch im Mai hatte die Behörde ein Strafverfahren gegen die Schweizer Bank BSI eröffnet. Gleichzeitig ordnete die Finanzmarktaufsicht die Auflösung des Instituts an. Damit die Kunden und die knapp 2.000 Mitarbeiter nicht im Regen stehen, wird die BSI vom heimischen Rivalen EFG International übernommen.

Zusätzlich dazu hatte die Bundesanwaltschaft zufolge im August des vergangenen Jahres ein Strafverfahren gegen zwei ehemalige „Organe“ des malaysischen Staatsfonds 1MDB und Unbekannte eröffnet. Bei den vorgebrachten Vorwürfen handelt es sich um Bestechung fremder Amtsträger, ungetreuer Amtsführung, Geldwäscherei und ungetreuer Geschäftsbesorgung. „Dieses Strafverfahren wurde im April 2016 auf zwei ehemalige Beamte der Vereinigten Arabischen Emirate ausgedehnt, die sich um den Staatsfonds von Abu Dhabi kümmerten.“

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