Österreich: Ausländische Investoren beflügeln Immobilienmarkt

Die niedrigen Zinsen bringen immer mehr ausländische Investoren nach Österreich. Vor allem Immobilien erleben einen Aufwind davon.

Die derzeitige Geldpolitik der Niedrigzinsen hat ein Umfeld geschaffen, in dem in Europa selbst Aktien und Anleihen nicht mehr so interessant sind. Tatsächlich erfahren die nationalen Immobilienmärkte derzeit wieder eine massive Nachfrage. Österreich spürt dies auch. Der Immobilienmarkt des Landes hat in den vergangenen Monaten deutlich Fahrt aufgenommen. Dabei spielen nicht nur kleine und mittlere Investoren aus Österreich und anderen europäischen Ländern eine Rolle. Vielmehr wurde das Interesse großer ausländischer Investoren geweckt: nicht selten im dreistelligen Millionenbereich.

Im vergangenen Jahr konnte damit einem Rekordvolumen in Höhe von 3,9 Milliarden Euro am österreichischen Immobilienmarkt umgesetzt werden, so das CBRE. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch für dieses Jahr ab. Mit einem Transaktionsvolumen von 1,3 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten wurden ähnlich hohe Volumen erreicht wie im Vorjahreszeitraum. „Bei einer traditionell stärkeren zweiten Jahreshälfte und einer gut gefüllten Pipeline ist davon auszugehen, dass das Rekordergebnis des vergangenen Jahres zumindest wieder erreicht wird“, heißt es in einer aktuellen Studie der Bank Austria.

Allein im dritten Quartal 2015 wurde ein Transaktionsvolumen von über 1,7 Milliarden Euro erreicht. Und in den beiden letzten Quartalen dieses Jahres könnten weitere Großimmobilen verkauft werden. So werden derzeit unter anderem der DC-Tower, der Design Tower, der Office-Campus Marxismus und die Millennium City Tower angeboten. Der Neubau von Büroflächen hingegen geht zurück: „Die Neuproduktion von Büroflächen in Wien ist im Jahr 2015 gegenüber 2014 noch einmal von 144.000 m² auf nur mehr rund 115.000 m² gesunken. 2016 wird das Neubauvolumen voraussichtlich nur mehr unter 60.000 m² liegen und damit einen historischen Tiefststand erreichen.“ In den kommenden Jahren wird jedoch in diesem Sektor wieder mit einer Trendwende zu rechnen sein.

Demnach seien die Preise von Immobilien durch die starke Nachfrage bereits kräftig gestiegen und die damit zu erzielenden Renditen bei weitgehend gleichbleibenden Mieten dementsprechend gesunken. Im Bürobereich lag die Spitzenrendite bei immerhin 4 Prozent zur Jahresmitte hin. Dies erklärt sich auch aus der besonders großen Nachfrage nach Büros. Mehr als die Hälfte des Investitionsvolumens floss bisher in diesem Jahr in Büros. Bürotürme wie der IZD Tower, der Florido Tower oder das Tech Gate haben neue Eigentümer erhalten. Aber auch Hotels wie das Hilton am Stadtpark, The Ring und das Hotel Imperial in Wien wechselten den Besitzer.

„Laut dem alle zwei Jahre von JLL veröffentlichten ‘Global Real Estate Transparency Index‘ ist der österreichische Immobilienmarkt mit Platz 24 im weltweiten Vergleich gut positioniert und zählt bereits seit längerem zu den transparenten Märkten“, so die Studie. Trotz der aktuell sehr guten Entwicklung ist der Ansturm auf österreichische Immobilien mit Vorsicht zu genießen. „Je länger die starke Nachfrage nach Immobilien mangels ausreichender Alternativen anhält, umso stärker ist das Risiko einer Preiskorrektur.“

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