Türkei und Russland besiegeln Gaspipeline

Das entsprechende Abkommen wurde am Montag in Istanbul in Anwesenheit von Präsident Recep Tayyip Erdogan und seinem Kollegen Wladimir Putin unterzeichnet.

Vorgesehen ist, zwei Röhren unter dem Meer zu verlegen und damit die Ukraine zu umgehen. Putin zufolge bekommt die Türkei im Rahmen der Vereinbarungen auch vergünstigtes Erdgas.

TurkStream galt schon als tot, nachdem die Türkei ein russisches Kampflugzeug nahe der syrischen Grenze abgeschossen hatte. Russland verhängte daraufhin Handelssanktionen und strich Charterflüge. Inzwischen sind die Länder auf Annäherungskurs. Das Verhältnis bleibt aber vor allem wegen des Bürgerkrieges in Syriens kompliziert: Während Putin enger Verbündeter von Staatschef Baschar al-Assad ist, unterstützt die Türkei Rebellen im Kampf gegen ihn.

Zudem ist ein Streit zwischen dem türkischen Pipelinebetreiber Botas und dem russischen Staatskonzern Gazprom über Gaspreise noch nicht beigelegt. Botas rief deswegen vor einem Jahr ein internationales Schiedsgericht an. Der russische Energieminister Alexander Nowak sagte am Montag, man verhandele mit Botas über einen Preisrabatt.

Die Auswirkungen von TurkStream auf Europa sind noch nicht klar. Viele Politiker in der EU fordern schon länger, dass die Union von russischem Gas unabhängiger werden müsse. Wenn künftig über TurkStream Gas nach Europa fließt, würde allerdings sowohl die Abhängigkeit von Russland als auch von der Türkei steigen.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.