Arbeitsmarkt der Zukunft: Fachkenntnisse reichen nicht mehr aus

Für die anstehende Digitalisierung und den Wandel des Arbeitsmarktes werden "einfache" Fachkenntnisse der Arbeitnehmer nicht mehr ausreichen. Die Wirtschaft verlangt bereits jetzt bedeutend mehr.

Megatrends wie die Industrie 4.0, die Globalisierung und die Demografie verändern die Arbeitswelt. Doch eine noch stärkere Spezialisierung in der Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmer reicht nicht aus. Tatsächlich geht der Trend in den Unternehmen zu insgesamt höherqualifizierten Tätigkeiten. Ein gewisses Maß an Wissen über Technologien etc. wird heute stärker vorausgesetzt als noch vor 15 Jahren.

Gleichzeitig genügt jedoch die reine fachliche Kompetenz nicht. Die Unternehmen erwarten immer mehr Know-how über betriebliche Prozesse, mehr Teamwork und bieten gleichzeitig flexiblere Arbeitszeiten und komplexere Aufgabenspektren. Das geht aus einer Umfrage der Industriellen Vereinigung hervor. Fünf Kompetenzbereiche lassen sich benennen:

„Auf einer Metaebene lassen sich diese zu fünf Kompetenzbereichen zusammenfassen: „Methodenkompetenz“ (Systemwissen, Technik und IT, E-Skills, fachspezifisches Wissen, Beherrschung komplexer Arbeitsinhalte), „Mitwirkungskompetenz“ (Kombination aus Fachkenntnissen und kaufmännischer Kompetenz, Innovationskraft und Verantwortungsbereitschaft, Lernbereitschaft), „Sozialkompetenz“ (Teamwork, Kommunikation und Führungskompetenz, Stressresistenz, Resilienz), Fremdsprachen und interkulturelle Kompetenz sowie die Bereitschaft zu Auslandsaufenthalten und das Wissen über ausländische Märkte/Kunden.“

Insgesamt werden die Anforderungen an die Mitarbeiter hinsichtlich der Megatrends nicht nur höher sondern auch vielfältiger. Dabei ist nicht unbedingt entscheidend, um welche Berufsfelder es sich handelt. „Grundsätzlich wird die überwiegende Mehrheit der MitarbeiterInnen – unabhängig vom Qualifikationsniveau ihres Berufsfeldes sowie dem Unternehmensbereich in dem sie tätig sind – von den sich verändernden Kompetenzanforderungen betroffen sein. In mittel- und hochqualifizierten Berufsfeldern sollte dies sogar in einem noch etwas höheren Ausmaß spürbar werden.“

Kommentare

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  1. Wolfgang sagt:

    Höhere Komplexität, mehr Kompetenz, von allem mehr, da braucht es längere Ausbildungszeit. Es sind jetzt schon viele junge Leute hoffnungslos überfordert, manche bis zur Suizidgefährdung (wie in Japan). Gleichzeitig wird durch Einsparmaßnahmen in den Firmen eine Arbeitsverdichtung herbei geführt, Mitarbeiter packen es einfach nicht mehr. Jetzt sucht man händeringend nach „Fachkräften“, nachdem diese zuvor „verheizt“ wurden…Es ist alles total absurd ! und widersprüchlich !

  2. Reiner sagt:

    schöne neue Welt, diese brutalen Belastungen führt bei den meisten normalen Menschen zu einer psychischen und physischen Überlastung, dann werden die Krankenstände noch höher und die meisten Arbeitnehmer werden weit vor der Rente schlapp machen oder sterben. Mehr als die Hälfte der Studenten klagen schon heute über zu viel Stress (negativer Stress). Menschen sind keine Roboter und die Grenzer der Belastbarkeit können nicht wie die Produktivität der Maschinen jedes Jahr erhöht werden. Und die nachfolgende Generation ist schon ab dem Kindergarten reizüberflutet mit Smartphone, TV, Konsolen und den Überforderungen durch die Eltern und Schulen. Jeder soll ja heute irgendwie aufs Gymnasium. Diese nachfolgenden Generationen sind schon heute weniger belastbar als die Nachkriegsgeneration, das merkt man schon sehr deutlich bei den heutigen Auszubildenden. Aber die Gesundheitsindustrie (Krankheitsindustrie) wird sich über das steigende Milliardengeschäft mit den kaputt gemachten Menschen freuen, die Unternehmer wohl weniger.