Österreich und Iran kooperieren bei Erneuerbaren Energien

Der Markt für Erneuerbare Energien ist attraktiv wie nie zuvor – auch im Ausland. Im Zuge der Aufhebung der Sanktionen wollen Österreich und der Iran daher stärker zusammenarbeiten.

Der österreichische Energiemarkt steht vor einem großen Wandel. Vor allem die Digitalisierung führt zum Aufbruch der Branche. Das gilt für Erneuerbare wie für CO2-basierte Energien. Angesichts der CO2-Ziele der EU ist die österreichische Regierung jedoch gezwungen, gerade den Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben.

Derzeit wird Österreichs Energiemarkt trotz einer Liberalisierung und mehr als 145 Stromlieferanten bis dato von wenigen großen Marktteilnehmern besetzt. So versorgen die zehn größten Lieferanten fast zwei Drittel der Gewerbekunden. Bei den Haushalten sind es sogar 80 Prozent. Vor allem die Trägheit der Kunden in Sachen Preisvergleich und Anbieterwechsel hat zu dieser Stetigkeit beigetragen. Die zunehmende Digitalisierung des Energiemarktes wird den großen Marktteilnehmern aber in den fünf bis zehn Jahren einiges abverlangen, um ihre Position zu verteidigen.

Die Digitalisierung und Liberalisierung ermöglichen es mittlerweile Stromlieferanten, den Strom an der Börse zu kaufen und diesen dann an den Endkunden zu verkaufen. Dadurch ist es auch branchenfremden Unternehmen möglich, den Energiemarkt zu besetzen. 76 Prozent der Energieversorger sehen gerade branchenfremde Unternehmen als Bedrohung. Die Mehrheit der Energieunternehmen plant daher einen Ausbau ihres Portfolios und erwägt Kooperationen. Gerade der Markt für Smart-Home-Applikationen wird von vielen Marktteilnehmern als gute Möglichkeit für eine Neupositionierung angesehen.

Um hier vor allem auch im Bereich der Forschung schneller voranzukommen, hat sich Österreich mit dem Iran zusammengeschlossen. Anfang Oktober traf sich Sirious Vatankah, iranischer Vizepräsident für Wissenschaft und Erneuerbare Technologie, mit Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung. Im Dezember nimmt Vatankah an der Iran Renwable Energy Commercial Conferce in Teheran teil.

Bei seinem Besuch in Österreich wurde nun eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Österreich und dem Iran in bei den Erneuerbaren Technologien beschlossen. Gemeinsame Workshops im Bereich Erneuerbarer Energie und eine Zusammenarbeit hinsichtlich der Technologie von Verbrennungsanlagen stünden im Fokus, berichtet die iranische Nachrichtenagentur „MEHR“.

Seit einigen Jahren schon gibt es im wissenschaftlichen Feld eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Vor zwei Jahren war beispielsweise eine Delegation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Teheran. „Die Kooperation zwischen der Iranischen und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist von entscheidender Bedeutung, um Anstöße für die wissenschaftliche Weiterentwicklung beider Länder zu gewinnen“, sagte ÖAW-Präsident Anton Zeilinger damals. „Die Herausforderungen, denen sich Welt und Menschheit gegenübersehen, bedürfen des Dialogs, Diskurs´ und Austauschs über alle Grenzen hinweg.“ Im Juni feierte das Josephinum in Wien „165 Jahre medizinische Beziehungen zwischen Österreich und dem Iran“.

Im Mai dieses Jahres hatte zudem der österreichische Energieriese OMV eine Partnerschaft mit der iranischen Ölgesellschaft ins Leben gerufen. Hierbei geht es vordergründig um künftige technologische Forschungskooperation und Zusammenarbeit bei Swap-Geschäften mit Rohöl- und Erdölprodukten. Doch bei dem Memorandum of Understanding geht es nicht nur um Öl und Gas. „OMV und NIOC werden ihre Explorationskompetenz und ihre Erfahrungen verbinden, um gemeinsam das Kohlenwasserstoff-Potenzial im iranischen Fars-Gebiet zu erheben“, sagte OMV-Vorstand Johann Pleininger damals.

Im vergangenen Jahr importierte Österreich aus dem Iran Waren im Wert von 16 Millionen Euro. Man will nun an die Zeit vor den Sanktionen anknüpfen. 2010 beispielsweise wurden noch Waren im Wert von 316 Millionen Euro aus dem Iran importiert. Die Exporte in den Iran lagen zuletzt bei Waren im Wert von 248 Millionen Euro. 2010 waren es 345 Millionen Euro und 2005 401 Millionen Euro.

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