Europäische Stahlbranche fordert Schutz der Schwerindustrie

In einem offenen Brief haben die Chefs von 58 europäischen Stahlkonzernen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zum Schutz der Schwerindustrie aufgerufen.

Die Politiker müssten die richtigen Entscheidungen treffen, damit die Branche florieren könne, Investitionen aufrechterhalten und die Arbeitsplätze gesichert werden könnten, hieß es in dem am Montag vom europäischen Stahlverband veröffentlichten Schreiben. Der Branche machen unter anderem Billigimporte aus China und immer strengere Klimaschutzauflagen zu schaffen. In der Stahlindustrie sind über 300.000 Mitarbeiter in Europa und rund 90.000 in Deutschland beschäftigt.

Zu den Unterzeichnern gehören Thyssenkrupp -Stahlchef Andreas Goss, Salzgitter -Boss Heinz Jörg Fuhrmann, ArcelorMittal Europe-Chef Aditya Mittal sowie Voestalpine -Stahlchef Herbert Eibensteiner und Hans Fischer von Tata Steel Europe. Anlass ist das Treffen der Europäischen Rats am 20 bis 21. Oktober in Brüssel. Dabei stehe für die Branche einiges auf dem Spiel, hieß es in dem Schreiben. So müssten die Staats- und Regierungschef dafür sorgen, dass in der EU effektivere Anti-Dumping-Zölle gegen Billigimporte verhängt werden könnten. Die Unternehmen hatten in der Vergangenheit immer wieder die Schritte der EU als unzureichend moniert. In den Vereinigten Staaten würden die Stahlkocher durch viel schärfere Maßnahmen gegen Billigimporte aus China geschützt.

Zudem fürchten die Hersteller, dass sie künftig Milliardenbelastungen aus einer weiteren Verschärfung der Klimaschutzauflagen verkraften müssen. Die EU will die Zahl der Verschmutzungsrechte zum Ausstoß von Kohlendioxid verknappen, was den Preis in die Höhe treiben könnte. Wettbewerber außerhalb der EU hätten diese Lasten nicht zu tragen. Die Änderungen müssten darauf hinwirken, wie Stahl gemacht werde und nicht wo, hieß es in dem Brief, der in dieser Woche auch in europäischen Zeitungen veröffentlicht werden soll.

„Die Pläne der Europäischen Kommission zur Verschärfung des EU-Emissionshandels in der Zeit ab 2021 bedrohen die Stahlindustrie in Deutschland und Europa“, hatte erst kürzlich der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, gewarnt. „Sollten die Pläne der Europäischen Kommission umgesetzt werden, kann von einem wettbewerbsfähigen europäischen Stahlstandort überhaupt keine Rede mehr sein.“

 

Kommentare

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  1. Künaxt sagt:

    Protektionsmus hat noch niemandem geholfen.
    Der Markt setzt sich durch. Garantiert.
    Das Geheule der Industrie ist völlig fehl amPlatze angesichts jahrelangen Schlafmützentums.

    • Hans von Atzigen sagt:

      Richtig, ein unerbittliches Naturgesetz .
      Da sind eben auch noch Faktoren die kaum Beachtung finden.
      Nationen-Volkswirtschaften die durch div. Dummheiten,
      Ihre Möglichkeiten zu krass überdehnen müssen früher oder
      später den entsprechenden Preis bezahlen.
      Die ,,Palette,, ist sehr breit, Zb. unsolide Geld und Finanzpolitik,
      krasse Fehlinvestitionen, Überkapazitäten, vernachlässigte Infrastrukturen,
      das schlittern in zu grosse Abhängigkeite usw. Die Palette ist deutlich breiter als so allgemein angenommen wird.
      Wer die realen Möglichkeiten zu krass überschreitet und Herausvordert,
      der wird letztlich vom Markt korrigiert und in die Schranken gewiesen.
      Nicht nur im kleinen, letztlich auch im Gesamten= Global.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Gelegentlich kann man sich ein herzhaftes Lachen nicht verkneifen.
    Nebst so einiges an Ideologen gehörte auch die Wirtschaftselite zu
    den Treibern der sog. Globalisierung mit allem drum und dran.
    Immer häufiger kann man beobachten das die ganze Übunge, dieses
    Megaexperiment, auch der Wirtschaftselite nicht mehr geheuer ist.
    Direkt und indirekt wird zunehmend Protektionismus gefordert.
    Scheint es beginnt zu dämmern das die ganze Gobalisierungs Hippe,
    ein Megaschuss in den Ofen war.
    Zumindest in der aufgegleisten Gestalt.
    Nicht nur die Ideologen auch die Wirtschaft hat die Rechnung ohne
    den Wirt gemacht.
    Diese Wirt heisst Planet Erde, der ist von A-Z unabwendbar zur
    Autarkie verdammt. Das Un und Tabuwort der Gobalisierungs-Phantasten.
    Logo man kann das zurückdrehen, bedeutet einfach Globalknatsch.
    Wirtschaftskrieg im Endeffekt eben auch Militärischer Krieg.
    Bei einer rational, nüchternen Analyse muss man feststellen, das
    Ding steckt in der Sackgasse, vorwärts geht es kaum noch,
    rückwärts auch nicht= Dilletantenpech.