Digitalisierung: Bayern bringt Kredite für Mittelstand auf den Weg

Die LfA Förderbank Bayern unterstützt ab sofort den bayerischen Mittelstand bei Digitalisierungsvorhaben mit dem neuen Digitalkredit.

Um die Digitalisierung im Land voranzutreiben, hat sich die bayerische Landesregierung dem Problem der Finanzierbarkeit bei kleinen und mittelständischen Unternehmen angenommen. Über die LfA Förderbank Bayern werden kleine und mittlere Unternehmen gefördert, die ihre Produkte, Dienstleistungen und Prozesse digital transformieren oder ihre IT-Sicherheit verbessern.

Der maximale Kreditbetrag beläuft sich dabei auf zwei Millionen Euro. Vorhaben können bis zu 100 Prozent finanziert werden. In der besten Preisklasse liegt der Zinssatz aktuell bei 1,0 Prozent p.a. effektiv und kann bis zu 12 Jahre festgeschrieben werden. Mit dem Förderkredit flankiert die LfA die Zukunftsstrategie BAYERN DIGITAL der Staatsregierung und ergänzt die Zuschussförderung über den Digitalbonus.

„Mit der Zukunftsstrategie BAYERN DIGITAL bereiten wir die bayerische Wirtschaft optimal auf die Herausforderungen der Zukunft vor“, sagte Bayerns Wirtschafts- und Digitalisierungsministerin Ilse Aigner. Es gehe darum, dass die Betriebe im Freistaat die Chancen der Digitalisierung für ihre Produkte, Prozesse und Dienstleistungen rasch nutzen könnten. Auch das wichtige Thema IT-Sicherheit wolle man mit dem Programm weiterentwickeln. „Daher unterstützen wir beim digitalen Aufbruch kleine und mittlere Unternehmen mit einem Zuschuss von bis zu 10.000 bzw. 50.000 Euro über den Digitalbonus.“

Die LfA ergänzt dieses Angebot mit dem Digitalkredit in einer Höhe von bis zu 2 Millionen Euro. So können sich insbesondere der Mittelstand und das Handwerk für das digitale Zeitalter fit machen. „Das fördert Innovation, sichert Wachstum und erhält Bayerns Spitzenposition im internationalen Wettbewerb“, so Aigner.

Hans Schleicher, stellvertretender LfA-Vorstandsvorsitzender, ergänzt: „Die vierte Stufe der industriellen Revolution ist angebrochen.“ Bayerns Zukunft sei digital. Für Betriebe gehe es jetzt darum, Geschäfts- und Arbeitsprozesse zu digitalisieren und die IT-Sicherheit zu verbessern. Das sichere ihre Wettbewerbsfähigkeit und schafft Kostenvorteile. „Mit dem zinsgünstigen Digitalkredit und einer Finanzierung von bis zu 100 Prozent helfen wir dem Mittelstand dabei.“ Bis zu zwei tilgungsfreie Anlaufjahre sind beim Digitalkredit möglich. Bei fehlenden Sicherheiten könne die Bank mit einer Haftungsfreistellung bzw. einer Bürgschaft den Kreditzugang erleichtern, so Schleicher.

Anträge für den Digitalkredit – wie auch den Zuschuss aus dem Digitalbonus – können Unternehmen bei der zuständigen Bezirksregierung stellen. Die Digitalkredite werden, wie andere Förderkredite der LfA, über die Hausbanken der Unternehmen ausgereicht.

Gerade der Mittelstand hat in Sachen Digitalisierung noch einiges aufzuholen. Das Potential ist groß. Etwa ein Drittel der Mittelständler befinde sich in einem „Grundstadium“ der Digitalisierung – selbst Anwendungen wie ein eigener Internetauftritt seien bei ihnen unterdurchschnittlich verbreitet, sagte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, im August. Vor allem Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern zählten zu den „Digitalisierungsnachzüglern“.

Zwar haben den Angaben zufolge vier von fünf kleinen und mittleren Unternehmen in den vergangenen drei Jahren Projekte umgesetzt und in neue Technologien investiert, der Umfang der Vorhaben sei jedoch meist überschaubar. Die Digitalisierung sei in der Breite im Mittelstand zwar angekommen, aber noch auf niedrigem Niveau, sagte Zeuner.

Knapp die Hälfte gibt den Angaben zufolge weniger als 10 000 Euro pro Jahr für Digitalisierungsprojekte, neue Technologien oder die Verbesserung der IT-Kompetenz der Belegschaft aus. Das gilt vor allem für kleinere Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *