Österreichs Unternehmen setzen auf Investitionen im Ausland

Österreichs Unternehmen setzen auf Investitionen im Ausland.

Trotz zunehmender Kritik an der Globalisierung in der österreichischen Bevölkerung sind die Unternehmen sehr aktiv im Ausland. Nach den USA und Großbritannien vergeben sie die meisten Direktinvestitionen ins Ausland. Seit Beginn der 1990er Jahre sind die ausländischen Direktinvestitionen der Unternehmen bis 2007 um 18 Prozent jährlich gestiegen. Nach der Finanzkrise waren sie mit 7 Prozent Wachstum immer noch sehr hoch. Zuletzt lagen sie bei 220 Milliarden US-Dollar, wie aus der aktuellen UniCredit-Studie „Internationalization of companies by 2030“ hervorgeht.

Mehr als 4.100 Unternehmen investieren derzeit ins Ausland. Mittels eines entwickelten makroökomischen Modells wurden in der Studie langfristige Prognosen für das Investitionsverhalten der österreichischen Unternehmen erarbeitet. Wachstums- und Bevölkerungsprojektionen der OECD bildeten dafür die Grundlage. Den Berechnungen zufolge werden die Direktinvestitionen österreichischer Unternehmen sich bis 2030 noch einmal fast verdreifachen. „Neben niedrigeren Lohn- und Transportkosten sowie der Vermeidung von Währungsrisiken sind vor allem die Erschließung neuer Märkte und die Realisierung von Wachstumschancen die treibende Kraft für Direktinvestitionen“, so die Studienautoren.

Selbst in einem Risikoszenario für den Fall, dass es bis 2030 in Sachen Globalisierung Rückschläge geben könnte, wären die österreichischen Direktinvestitionen (FDI) noch sehr hoch. Die Studie würde dann von FDI im Umfang von 170 Milliarden Euro ausgehen. Insgesamt konnten die österreichischen Unternehmen seit den 90er Jahren das stärkste Wachstum im Ausland verbuchen. Stärker noch als Deutschland oder die USA, so die Studie.

Zum wichtigsten Kernmarkt für österreichische Direktinvestitionen zählen mit 66 Prozent die die Länder der Europäischen Union. Und hier ist es vor allem Deutschland (13 Prozent). Die Niederlande und die Tschechische Republik folgen auf Rang zwei und drei. Aber auch Rumänien und Luxemburg sowie die USA sind wichtige Zielländer für österreichische Investitionen. Die Studienautoren gehen davon aus, dass durch TTIP die Direktinvestitionen der Unternehmen in die USA und umgekehrt nach Abschluss der Verhandlungen noch größer werden.

Österreichische Unternehmen sind jedoch nicht nur mit Direktinvestitionen im Ausland tätig. Eine wichtige Rolle spielen Tochterunternehmen im Ausland. 2014 ist die Zahl der Tochterunternehmen im Ausland, die einen österreichischen Mutterkonzern besitzen, um 5,5 Prozent auf 350 angestiegen. Beliebte Länder für die Positionierung von Tochterfirmen sind Deutschland (14 Prozent), Tschechien, Ungarn und Rumänien. „Etwa ein Drittel sowohl der Auslandseinheiten als auch der Auslandsbeschäftigten österreichischer Unternehmen befanden sich 2014 in Nicht-EU-Ländern, hier vor allem in Russland, der Ukraine und den USA“, so die nationale Statistikbehörde.

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