Dutzende Festnahmen nach Zusammenstößen bei Protesten gegen US-Ölpipeline

Bei Protesten gegen eine umstrittene Pipeline durch ein Stammesgebiet der Sioux-Indianer im US-Bundesstaat North Dakota ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Nach den Auseinandersetzungen am Donnerstag wurden 117 Menschen festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Die Sicherheitskräfte setzten unter anderem Pfefferspray ein, um Protestcamps auf Straßen und Privatgrundstücken entlang der Pipeline-Route zu räumen.

Nach mehr als fünf Stunden hatten die meisten der mehreren hundert Demonstranten die Protestcamps verlassen oder waren festgenommen worden, wie die Polizei mitteilte. Einige Demonstranten lieferten sich aber noch bis in die Nacht Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie warfen demnach Brandsätze auf die Beamten und legten Feuer, in zwei Fällen seien auch Schüsse abgefeuert worden.

Demonstranten warfen der Polizei vor, „sehr aggressiv“ gegen die Protestierenden vorgegangen zu sein. Auch der Sioux-Stamm Standing Rock kritisierte den Polizeieinsatz. Die Polizei habe schon mehrfach „unverhältnismäßig“ auf die Pipeline-Proteste reagiert, erklärte der Stammesführer Dave Archambault.

Die Sioux-Indianer und Umweltschützer demonstrieren seit Wochen gegen die Dakota Access Pipeline, die von North Dakota an der kanadischen Grenze durch mehrere Bundesstaaten nach Illinois verlaufen soll. Die Ureinwohner protestieren gegen die geplante Route der Pipeline, die auch den Missouri River überquert. Sie befürchten, dass dadurch ihre Wasserversorgung gefährdet und Gräber ihrer Vorfahren zerstört werden.

Die US-Regierung hat den Betreiberkonzern schon zweimal aufgefordert, die Arbeiten freiwillig ruhen lassen. Gerichte genehmigten jedoch den Weiterbau der Pipeline. Vor zweieinhalb Wochen nahm das Unternehmen Energy Transfer Partners die Bauarbeiten wieder auf.

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