Umfrage: Jede sechste Betriebsratsgründung wird behindert

Arbeitgeber behindern einer Umfrage zufolge jede sechste Betriebsratsgründung. Sie schüchtern Kandidaten ein, drohen mit Kündigung oder verhindern die Bestellung eines Wahlvorstands.

Besonders gegen Neugründungen von Betriebsräten gehen Unternehmen nach Aussagen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung häufig aggressiv vor. Die WSI-Forscher haben 159 hauptamtliche Gewerkschafter aus den Bereichen Metall, Chemie, Nahrung und Gastgewerbe zu ihren Erfahrungen befragt.

Mehr als die Hälfte kannte Fälle, in denen Unternehmen versucht hatten, Betriebsratswahlen zu behindern. „Besonders rau scheint es in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und dem Gastgewerbe zuzugehen.“ Dort hätten 76 Prozent der hauptamtlichen Gewerkschafter Kenntnis von Störmanövern der Arbeitgeber gehabt. Insgesamt wurden 221 Betriebe bekannt, in denen es zu Behinderungen gekommen sei. In einem Drittel dieser Unternehmen sei die Wahl dann auch vereitelt worden, so Reuters

Die Forscher sprechen sich für einen besseren Schutz vor Eingriffen des Managements aus. „Hier wäre insbesondere wünschenswert, dass bereits bei der Vorbereitung von Betriebsratswahlen alle daran beteiligten Beschäftigten vom ersten Tag an vor Kündigungen geschützt werden“, so das WSI.

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