Internationale Energieagentur erwartet schwankende Ölpreise

Die Internationale Energieagentur rechnet nicht damit, dass an den Ölmärkten in den kommenden Jahren Ruhe einkehrt. Die Preise dürften weiter stark ausschlagen.

Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) ist in den kommenden Jahren mit starken Schwankungen der Ölpreise zu rechnen. «Wir stehen am Beginn einer Periode mit einer hohen Volatilität», sagte IEA-Direktor Fatih Birol am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Weltenergieausblicks. Die Preisschwankungen erklärte die IEA unter anderem damit, dass die Ölpreise künftig wieder stärker auf geopolitische Entwicklungen reagieren könnten. Zudem sehen die Experten erneuerbare Energien auf dem Vormarsch.

Laut IEA wird die sogenannte Fracking-Technik weiter eine wichtige Rolle für die Ölpreise spielen. Sollten sie kurzfristig steigen, könne die aus Ölschiefer gewonnene Fördermenge schnell erhöht werden und für mehr Angebot auf dem Weltmarkt sorgen. Derzeit herrscht am Ölmarkt ein Überangebot, die Preise standen deswegen zuletzt tendenziell unter Druck. Vor allem die USA setzen stark auf Ölförderung mit dem umstrittenen Fracking. Nach Einschätzung der IEA dürfte die Produktion in dem Land steigen.

Weltweit dürfte auch die Nachfrage nach Öl wachsen, so die Experten. Indes erwarten sie einen Rückgang des Treibstoffverbrauchs durch Autos, so die dpa. Die Zahl der Fahrzeuge werde sich zwar in den kommenden 25 Jahren etwa verdoppeln, hieß es im Energieausblick. Ein geringerer Treibstoffverbrauch moderner Autos und eine steigende Zahl von Elektroautos werde aber den Ölverbrauch senken.

In einem bis 2040 angelegten Szenario geht die IEA davon aus, dass die globale Energienachfrage um 30 Prozent steigen wird. Nach Einschätzung von Rohstoffexperten stellen die hierfür notwendigen Investitionen zumindest die Ölindustrie vor große Herausforderungen. Es stelle sich die Frage, ob es für Investoren Sinn ergebe, ihre Erträge aus dem Ölgeschäft in neue Projekte zu stecken, die mit immer höheren Kosten verbunden sind, sagte James Leaton, Experter bei der Londoner Denkfabrik Carbon Tracker Initiative.

Ferner rechnet die IEA in Zukunft mit einer großen Veränderung bei der weltweiten Energieversorgung. «Die klaren Gewinner in der Entwicklung der kommenden 25 Jahre sind Erdgas und vor allem Wind- und Solarenergie», sagte Birol weiter. Dagegen werde Kohle seine Spitzenstellung unter den Energieträgern künftig verlieren.

«Ein großer Teil der künftigen Investitionen geht in Kapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien», hieß es weiter im Energieausblick. Die IEA-Experten schätzen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an den Gesamtinvestitionen bei knapp 20 Prozent liegen dürfte.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *