Regierung plant Bauernhöfe in Krisenfällen zu beschlagnahmen

Die Bundesregierung hat neue Notfallpläne für den Katastrophenfall beschlossen. Diese sehen unter anderem die Beschlagnahme von Bauernhöfen vor, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicherzustellen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: dpa)

Das Bundeskabinett hat neue Pläne zur Versorgung der Bevölkerung in Katastrophenfällen beschlossen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Der am Mittwoch nach Teilnehmer-Angaben beschlossene Gesetzentwurf sieht unter anderem neue Befugnisse der Behörden vor. Demnach können Bauernhöfe oder andere Lebensmittelbetriebe beschlagnahmt werden, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen.

Die Notfallpläne sollen greifen, wenn ein Großteil der Deutschen sich nicht mehr über den freien Markt mit Lebensmitteln eindecken können. Als Beispiele für Katastrophen gelten kriegerische Auseinandersetzungen, ein großflächiger Stromausfall, eine Pandemie oder ein Anschlag mit großflächiger Freisetzung radioaktiver Strahlung.

Aus dem Entwurf, welcher der Rheinischen Post vorliegt, geht etwa hervor, dass das Ministerium im Falle einer Versorgungskrise – hervorgerufen etwa durch Naturkatastrophen, Kraftwerksunfälle oder militärische Ernstfälle – künftig vorschreiben darf, dass nur noch große Einzelhandelsfilialen geöffnet werden. Als Maßnahme gegen Plünderungen sieht das Gesetz die Abgabe von Lebensmitteln unter staatlicher Aufsicht vor. Zudem sollen Wucherpreise durch feste Abgabemengen oder Festpreise vermieden werden.

Erst vor einigen Wochen hatte die Bundesregierung der Bevölkerung empfohlen, einen Vorrat an Wasser und Lebensmitteln zu halten.

Kommentare

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  1. Konrad Schroeter sagt:

    klug wäre auch, landwirtschaftliche Flächen nicht mit Raps für Biodiesel oder Solarzellen zu misbrauchen. Das kann uns auch in größere Abhängigkeit und Not bringen, weil wir seit einigen Jahren Korn aus dem Ausland importieren, was wir Jahrhunderte lang nicht nötig hatten.

  2. H. J. Weber sagt:

    Aha- und wenn z. B. der Viehbestand des Bauern beschlagnahmt wurde, wird der fröhlich den nächsten Morgen um 4 Uhr wieder aufstehen um das Vieh zu versorgen, dass ihm nicht mehr gehört?

    …dass nur noch große Einzelhandelsfilialen geöffnet werden…
    Ja- da wird sich der „kleine Einzelhändler“ aber freuen, denn der kann seinen Lagerbestand dann meistbietend verkaufen.

    Junge, Junge, da hat man sich aber wieder etwas ausgedacht.
    Gerade diese Maßnahmen fördern das Chaos.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber