Lufthansa: Arbeitgeberverband warnt Piloten vor neuen Streiks

Der Arbeitgeberverband BDA warnt die Piloten bei der Lufthansa vor neuen Streiks. Diese würden der gesamten deutschen Wirtschaft schaden.

Die Lufthansa-Piloten haben ein wirksames Druckmittel, um ihre Forderungen beim Arbeitgeber durchzusetzen. (Foto: Boris Roessler dpa/lhe)

Die Lufthansa-Piloten haben ein wirksames Druckmittel, um ihre Forderungen beim Arbeitgeber durchzusetzen. (Foto: Boris Roessler dpa/lhe)

Lufthansa – neue Streiks bei Deutschlands größter Fluggesellschaft könnten der Wirtschaft wachsende Schäden zufügen. Trotz der aktuellen Streikpause der Piloten der Lufthansa warnte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, vor weiteren Arbeitsniederlegungen und Flugausfällen in den nächsten Wochen, berichtet die dpa. „Ein Streik soll einen Interessenausgleich hervorbringen, nicht Kunden vergraulen und damit Arbeitsplätze und die Existenz gefährden“, sagte Kramer.

Zuvor hatte bereits der Vorstandschef von Siemens, Joe Kaeser, die Piloten aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Die häufigen und andauernden Streiks bei der Lufthansa sind nicht nur eine Belastung für hunderttausende Passagiere. Die Streiks schaden auch zunehmend der deutschen Wirtschaft und der ‚Marke Deutschlands‘, die für Verlässlichkeit und Qualität steht“, sagte Kaeser dem Blatt.

Nach einer sechstägigen Streikwelle kehren die Piloten am Donnerstag vorerst an ihre Arbeitsplätze zurück. Auch am Freitag soll nicht gestreikt werden.

Am Mittwoch strich Lufthansa wegen des Pilotenstreiks noch einmal 890 Flüge, davon waren rund 98 000 Passagiere betroffen. Die Flieger der Töchter Eurowings und Germanwings hoben wie geplant ab. Am Donnerstag will die Airline wieder nahezu nach Plan fliegen. Rund 40 Flüge würden noch ausfallen.

Die Lufthansa hat inzwischen eine Erhöhung der Bezüge um 4,4 Prozent in zwei Stufen sowie eine Einmalzahlung angeboten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die für einen Zeitraum von fünf Jahren Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent bis April 2017 fordert, will dieses Angebot prüfen und sich am Donnerstag äußern.

Im Einzelnen bietet die Lufthansa für 2016 eine Vergütungserhöhung um 2,4 Prozent und für 2017 um weitere 2,0 Prozent. Dieses Angebot sei nicht an weitere Bedingungen geknüpft. Die Lufthansa gehe damit auf eine zentrale Forderung der Pilotengewerkschaft ein, hieß es.

Laut Lufthansa waren an den sechs Streiktagen seit vergangenem Mittwoch mehr als 525 000 Passagiere von insgesamt 4461 Flugausfällen betroffen. Lediglich am Sonntag und Montag legten die Piloten eine Pause ein. Das Unternehmen geht von einem Schaden von 10 bis 15 Millionen Euro täglich aus.

Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, LufthansaCargo und Germanwings.

Kommentare

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  1. Volker K. sagt:

    Antwort auf Götz von….

    Nicht immer gleich neidig sein. Werden Sie doch selbst Pilot!

    Ansonsten, was nix kostet ist nix wert!… und Im Gegensatz zu den
    in der Politik Etablierten und deren Einkommen, wird von den Piloten
    auch eine meßbare Leistung erbracht.

    Aber Sie haben es auch selbst in der Hand und können schließlich
    statt Lufthansa auch mit Simbabwe-Air fliegen. Viel Freude dabei.

  2. götz von berlichingen sagt:

    Zwanzig Prozent Gehaltsforderung sind ja wohl ein wenig neben der Spur..
    Ich würde sämtliche Arbeitsverträge kündigen und vorübergehend Piloten aus England oder den Staaten einstellen – die kommen vor lauter Lachen über den Gehalts-„Schub“ dann nicht mehr in den Schlaf…
    Und wenn das dann noch immer nicht hilft, „Konkurs“ anmeldden – diese „Spitzenflieger“ müssen wieder auf den Boden der Tatsachen kommen.

  3. Volker K. sagt:

    Die Verantwortlichen für die Privatisierung der Lufthansa sind neben der derzeitigen
    Führungsriege auch die Verantwortlichen für alle Mißstände welche sich für Jedermann
    aus den Streiks der Piloten ergeben.

    Daß die Piloten sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen, finde ich hier nur konsequent und richtig, auch wenn ich jeden Herbst der letzten Jahre zittern mußte, ob ich auch pünktlich am Bestimmungsort ankomme.
    Neben den Piloten gibt es ja auch noch mit Regelmäßigkeit den Streik bei der Bahn – auch hier dieselben Verantwortlichen.

    Diejenigen, welche dem Vorschub leisten, sind Betrüger und Diebe am Wohlstand und der Lebensqualität des größten Teiles der Bevölkerung.

    Ein Staat, welcher mit Privatiserungen seinen Einfluß auf Einrichtungen und Infrastruktur
    der Öffentlichkeit abgibt – Gesundheitswesen, Verkehr (egal ob Flughäfen , Airlines oder
    Autobahnen) , Energieerzeugung , Post , etc. – schafft sich selbst ab.
    Dies gilt zumindest, wenn es zur Privatwirtschaft keinen staatlichen, ernsthaften Wettbewerber mehr gibt .
    Das kann man sehr schön in Japan bewundern, ob Flug – oder Bahn – es ist alles vorbildlich – auch und gerade für die Deutschen.