Zinsmanipulation: EU-Kommission verhängt Millionenstrafe gegen Großbanken

Die EU-Kommission hat Strafzahlungen in Millionenhöhe gegen drei Großbanken verhängt, weil sie den wichtigen Zinssatz Euribor manipuliert haben sollen.

Betroffen sind HSBC aus Großbritannien, Crédit Agricole aus Frankreich und JP Morgan aus den USA, wie die Kommission am Mittwoch bekanntgab, so die AFP. Sie sollen insgesamt gut 485 Millionen Euro zahlen. Die Banken hätten sich abgesprochen und „sensible Informationen“ ausgetauscht. „Damit verstießen sie gegen das EU-Kartellrecht“, erklärte die Kommission.

Der Großteil der Geldbußen entfällt mit 337,2 Millionen Euro auf JP Morgan. Crédit Agricole soll 114,7 Millionen Euro zahlen und die HSBC 33,6 Millionen. Die Strafen hätten eine „klare Botschaft: Banken und alle Unternehmen müssen EU-Regeln beachten“, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die Vorwürfe der Kommission wegen der Euribor-Manipulation richteten sich ursprünglich gegen insgesamt sieben Banken. Die Deutsche Bank, die Société Générale aus Frankreich und die britischen Institute Barclays und RBS hatten allerdings im Dezember 2013 einen Vergleich mit der Kommission vereinbart. JP Morgan, Crédit Agricole und die HSBC lehnten dies ab.

Crédit Agricole teilte am Mittwoch mit, sie akzeptiere die Geldbuße nicht. Die Bank sei „überzeugt, nicht gegen das Kartellrecht verstoßen zu haben“. Deshalb werde sie Widerspruch gegen die Kommissionsentscheidung einlegen.

Der Euribor ist ein Zinssatz für Geldgeschäfte in der Währung Euro. Solche Zinssätze werden täglich nach einem bestimmten Verfahren von Banken festgelegt; ihre Höhe wirkt sich unter anderem auf Haus- und Verbraucherkredite sowie andere Finanzprodukte aus. Wegen der Manipulation solcher Zinssätze wurden in der vergangenen Jahren schon mehrfach Strafzahlungen gegen internationale Großbanken verhängt.

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