Aufspaltung: Metro und Media-Saturn gehen eigene Wege

Der Handelsriese Metro spaltet sich auf. Die Lebensmittelsparte behält dabei den Namen Metro. Der Elektronikbereich bekommt einen neuen Namen: Ceconomy.

Kunden müssen sich wieder an einen neuen Firmennamen gewöhnen: Ceconomy. Er steht für den künftigen Mutterkonzern der Elektronikketten Media Markt und Saturn, so die dpa. Nötig wird der neue Kunstname durch die geplante Aufspaltung des Handelsriesen Metro in eine Elektronikkette und einen Lebensmittelspezialisten. Denn der Traditionsname Metro bleibt bei der Lebensmittelsparte, wie Metro-Chef Olaf Koch am Donnerstag in Düsseldorf ankündigte. Die Elektronikketten selbst werden allerdings weiter unter den Marken Media Markt und Saturn firmieren.

Die Aufspaltung kostet den Handelskonzern Metro erst einmal viel Geld. Das Unternehmen bezifferte die Ausgaben für den spektakulären Schritt auf rund 100 Millionen Euro. Doch erhofft sich das Management davon bessere Wachstumsperspektiven. Vollzogen werden soll die Teilung bis Mitte nächsten Jahres. Zunächst muss die Hauptversammlung am 6. Februar den Plänen noch zustimmen. Die drei Großaktionäre – die Familien Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim, denen rund 50 Prozent der Stimmrechte gehören – haben bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Ceconomy werde mit einem Umsatz von 22 Milliarden Euro vom Start weg die europäische Nummer eins im Geschäft mit Consumer-Elektronik sein, betonte der derzeitige Media-Saturn-Chef und designierte Ceconomy-Vorstandsvorsitzende Pieter Haas. Der Manager erwartet durch die Trennung vom Lebensmittelhandel weitere Wachstumsimpulse für das Elektronikgeschäft. «Wir haben die besten Jahre noch vor uns», betonte er. Denn mit der Verbindung von Online-Handel und stationärem Geschäft mit über 1000 Filialen werde der Elektronikhändler schneller wachsen können als der Markt – mit mindestens 3 Prozent im Jahr.

Der bisherige Metro-Chef Koch wird künftig den selbstständigen Lebensmittelspezialisten gleichen Namens leiten, in dem das Großhandelsgeschäft und die SB-Warenhauskette Real mit einem gemeinsamen Umsatz von gut 36 Milliarden Euro zusammengefasst werden. Bei dem in 35 Ländern aktiven Großhandelsgeschäft sieht Koch Wachstumspotenzial nicht zuletzt durch den Ausbau des Belieferungsgeschäfts. Bei Real soll ein neues, serviceorientiertes Ladenkonzept das zuletzt lahmende Geschäft wieder ankurbeln.

Die Aktionäre des Handelskonzerns sollen bei der Aufspaltung für jeden ihrer Anteilsscheine sowohl eine Aktie der Metro AG als auch eine Aktie von Ceconomy erhalten. Beide Unternehmen dürften an der Börse die Kriterien für eine Notierung im MDax – dem Index der mittelgroßen Werte – erfüllen, hieß es.

Die Aufspaltung hatte Metro bereits im Frühjahr angekündigt. Der Konzern hofft, dass sich die einzelnen Unternehmensteile getrennt voneinander besser entwickeln können und auf diese Weise auch mehr Wert für die Aktionäre erzielen. Nennenswerte Synergien habe es zwischen dem Lebensmittel- und dem Elektronikgeschäft zuletzt ohnehin kaum noch gegeben, hatte Metro argumentiert.

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