In Österreich verringern sich verfügbare Einkommen und Konsum

Der Konsum der Österreicher wächst nicht so schnell wie bei den unmittelbaren Nachbarländern. Dennoch ist der Großteil der Menschen zufrieden mit dem aktuellen Stand.

Die Studie „Wie geht’s Österreich?“ von Statistik Austria zeigt, dass sich das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf verringerte, wenngleich Österreich bei dieser Maßzahl in der EU nach wie vor einen der vorderen Plätze einnimmt. Auch Konsum und verfügbare Einkommen der Haushalte entwickelten sich negativ. Dennoch sind die Menschen mit ihrem Leben insgesamt sehr zufrieden.

Die reale Wirtschaftsleistung pro Kopf ging 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent zurück (EU-28: +1,2 Prozent/Eurozone: +0,9 Prozent). Der reale Konsum pro Kopf nahm mit -0,6 Prozent sogar noch etwas stärker ab (Deutschland: +0,9 Prozent; noch kein EU-28-Durchschnitt vorhanden). Die realen verfügbaren Haushaltseinkommen pro Kopf verringerten sich nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2013 auch 2014 nochmals leicht um 0,2 Prozent (EU-28: +0,4 Prozent).

In den letzten 20 Jahren entwickelte sich der Konsum der privaten Haushalte durchschnittlich schwächer als das BIP.

Der Anteil der Dienstleistungen an den Konsumausgaben der österreichischen Haushalte stieg aufgrund einer Verschiebung in der Konsumstruktur auf mittlerweile 54 Prozent. Im EU-Vergleich bedeutet dies einen Platz im oberen Drittel; dieser Wert fiel in Spanien mit 58 Prozent am höchsten und in Litauen mit 28 Prozent am niedrigsten aus. Der Anteil für Wohnen, Wasser und Heizung an den Haushaltsausgaben hat sich in Österreich seit 1976 fast verdoppelt und liegt mit rund 22 Prozent im europäischen Mittelfeld (Malta: 12 Prozent; Dänemark: 30 Prozent). Das Ziel, eine umfassende Entkopplung des Konsumwachstums vom Ressourcenverbrauch zu erreichen, was für eine nachhaltige Entwicklung nötig wäre, wurde bislang noch nicht erreicht.

Auf der anderen Seite blieb etwa die Erwerbstätigenquote 2014 mit 74,2 Prozent (EU-28: 69,2 Prozent) seit 2012 fast unverändert, was das Erreichen des nationalen Europa 2020-Ziels von 77 Prozent erschweren könnte. Die Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung wies mit 19,2 Prozent eine leicht negative Tendenz auf, blieb jedoch auf konstantem Niveau (EU-28: 24,4 Prozent).

Kommentare

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  1. eret georg sagt:

    Der Artikelist sehr interessant. Wer hat nun recht: die österreichische Medienlandschaft, welche ein positives Bild konstruiert, oder im Ansatz dieser Artikel?