Krypto-Währungen: Die elegante Form der Bargeld-Abschaffung

Viele Zentralbanken arbeiten an der Einführung digitaler Währungen, die die Abschaffung des Bargelds begünstigen. Unter diesen Währungen sticht Bitcoin hervor.

Derzeit arbeiten mehrere Zentralbanken auf der ganzen Welt an der Einführung einer digitalen Form der jeweiligen Landeswährung. Bekannt ist, dass die Notenbanken der Eurozone, Großbritanniens, Schwedens, Singapurs und Kanadas an einer eigenen Kryptowährung arbeiten oder Pläne zu deren Realisierung prüfen. Wie Bloomberg berichtet, hat nun auch die dänische Zentralbank und die Regierung angekündigt, diesen Weg zu gehen.

Dem dänischen Regierungschef Lars Rohde zufolge führe eine elektronische Version der Landeswährung Krone zu tieferen Transaktionskosten und besseren Möglichkeiten der Überwachung als in der Form von Münzen und Scheinen. Die dänische Zentralbank spricht davon, dass die Nutzung von Bargeld doppelt so hohe Kosten verursachen würde wie eine Gesellschaft, die nur noch mit Karten bezahlt. Mit diesen Argumenten soll offenbar versucht werden, das längst beschlossene Ziel einer bargeldlosen Gesellschaft nachträglich zu legitimieren.

Die technische Umsetzung zur Einführung einer Digitalwährung, so Rohde, sei bereits beherrschbar. „Wir sind schon weit über diesen Punkt hinaus. Münzen und Scheine sind keine Alternative mehr zum elektronischen Bezahlen. Wir sind seit Jahren da schon viel weiter“, wird er von Bloomberg zitiert. Rohde zufolge untersuche die Zentralbank gerade, ob die von ihr zu schaffende elektronische Währung „anonym sein soll oder nicht.“

Mit Verweis auf den technologischen Fortschritt und angebliche Kosten- und Sicherheitsvorteile wird offenbar versucht, die Abschaffung oder Einschränkung von Bargeld zu rechtfertigen. Der Feldzug gegen das Bargeld ist mittlerweile zu einem weltweiten Phänomen geworden. Kürzlich erst hatte der indische Premierminister das überraschend eingeführte Verbot großer Geldscheine mit dem Ziel gerechtfertigt, eine bargeldlose Gesellschaft anzustreben. Bargeld erlaubt es den Bürgern jedoch, ihre Ersparnisse vor dem Zugriff der Banken und des Staates zu schützen.

Rohde gibt zu, dass die Überlegungen noch am Anfang stünden und dass die Einführung einer elektronischen Währung große Risiken beinhaltet. Die Zentralbank habe noch immer „mehr Fragen als Antworten“. Zu diesen Fragen gehöre auch, ob die Zentralbank alle Zahlungen mit der elektronischen Krone überwachen solle. Eine totale Überwachung könne das Misstrauen der Bürger verstärken, sagt der Regierungschef. Auch die Rolle der Zentralbank müsse genau definiert werden, weil ihre Macht extrem zunehmen werde. „Alles Geld der Dänen wird im Fall einer Finanzkrise auf den Konten der Zentralbank liegen und wir werden indirekt einen Bail-out machen müssen, weil wir zum Gläubiger aller anderen Banken werden.“

Die Digitalwährung Bitcoin ist erstmals seit drei Jahren wieder mehr wert als 1000 Dollar. Der Kurs der virtuellen Währung legte in dieser Woche auf der Handelsplattform Bitstamp um 2,7 Prozent auf 1024,80 Dollar zu und ist damit nur noch rund 150 Punkte von seinem im November 2013 erreichten Rekordhoch entfernt. Seit Beginn 2016 hat sich der Wert eines Bitcoins mehr als verdoppelt.

Fachleute machen für die gestiegenen Bitcoin-Kurse vor allem eine stärkere Nachfrage aus China verantwortlich. Investoren versuchten mit Bitcoin-Käufen ihr Vermögen vor dem Wertverlust der Landeswährung Yuan zu schützen. Der Yuan verlor 2016 rund sieben Prozent – so viel wie seit über zwanzig Jahren nicht mehr.

Bitcoins sind eine rein virtuelle Währung, die an speziellen Börsen in reales Geld getauscht werden kann. Für die seit 2009 existierende Cyber-Währung steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Alle zehn Minuten werden durch Computer 12,5 Bitcoins dem System zugeführt. Von der Cyber-Währung sollen inzwischen umgerechnet 16 Milliarden Dollar im Umlauf sein. Das entspricht etwa dem Börsenwert des im Dax gelisteten Immobilienkonzerns Vonovia.

Viele Experten trauen solch virtuellen Bezahlsystemen großes Zukunftspotenzial im Zahlungsverkehr zu. Bitcoin hat allerdings mit Betrugsfällen in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen gesorgt und wird in Teilen der Öffentlichkeit kritisch gesehen.

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