Mineralölindustrie: Dieselverbrauch 2016 gestiegen

Der Benzinverbrauch sank 2016 auch in Österreich. Der Grund dafür kann die sinkende PKW-Fahrleistung sein.

Der Verbrauch von Benzin und Diesel lag in Österreich laut einer Markteinschätzung des Fachverbandes der Mineralölindustrie (FVMI) bei rund 8,3 Millionen Tonnen, einem Plus von 2,8 Prozent. Umgerechnet wurden 2016 rund 10 Milliarden Liter Kraftstoff verbraucht – das bedeutet: 2,1 Milliarden Liter Benzin und 7,9 Milliarden Liter Diesel. Im Jahr 2015 lag der Kraftstoffverbrauch bei 9,8 Milliarden Liter. Der Benzinverbrauch blieb laut Markteinschätzung unverändert zum Vorjahr, während beim Diesel ein Plus von 3,6 Prozent zu verzeichnen ist. Der Verkauf von Heizöl Extraleicht (HEL) sank 2016 nach einem Plus im Vorjahr wieder leicht um 1,8 Prozent.

Bei Benzin setzte sich 2016 der stagnierende bis rückläufige Absatztrend der vergangenen Jahre fort. Wurden 2003 noch etwa 2,2 Millionen Tonnen Benzin am österreichischen Markt verkauft, so waren es 13 Jahre später nur noch etwas mehr als 1,6 Millionen Tonnen (minus 26 Prozent). Zurückzuführen ist diese Entwicklung unter anderem auf die jährlich sinkende durchschnittliche Fahrleistung pro PKW.

Während der Dieselabsatz in den Jahren 2013 bis 2015 eher konstant war, wurde 2016 ein Spitzenwert erreicht. Die Gründe dafür sind die konjunkturbedingt höhere Dieselnachfrage sowie das infolge stärkere Verkehrsaufkommen. Wichtige Branchen für den Dieselabsatz sind die Transport-, Bau- und Landwirtschaft sowie die öffentliche Hand, die im Großkundengeschäft Diesel nachfragen.

Hohe Heizölvorräte sorgen für Verbrauchsrückgang

Im Jahr 2016 wurden 1,1 Millionen Tonnen Heizöl Extraleicht (HEL) abgesetzt, ein Minus von 1,8 Prozent im Vergleich zu 2015. Bis August 2016 bewegte sich die prozentuelle Entwicklung noch deutlich im Plus. Die Trendwende begründet sich vor allem darin, dass aus der günstigen Preissituation heraus die Haushalte ihre Heizölvorräte in der ersten Jahreshälfte aufgefüllt und daher im Herbst weniger nachgefragt haben. Zusätzlich sorgen milde Winter und insbesondere der steigende Einsatz von hocheffizienten Ölheizungen, Stichwort „Öl-Brennwerttechnologie“, dafür, dass die Konsumenten immer länger mit ihren Heizölvorräten auskommen.

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