Vodafone: Neue Chance für 400 Mio-Euro-Klage gegen Telekom

Die 400 Millionen Euro schwere Klage von Vodafone gegen die Telekom wegen der Miete von Kabelkanalanlagen muss nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) neu verhandelt werden. Es ist der erste Sieg für die Düsseldorfer in dem Gerichtsmarathon nach knapp fünf Jahren.

„Wir begrüßen, dass der BGH der Rechtsauffassung von Vodafone gefolgt ist und das Berufungsurteil der Vorinstanz – das Oberlandesgericht Frankfurt – aufgehoben hat“, zitiert Reuters  eine Vodafone-Sprecherin. Als nächstes müsse nun dieses Gericht feststellen, ob und in welcher Höhe die Forderung gegenüber der Telekom begründet sei.

Der Dax-Konzern gibt sich trotzdem zuversichtlich. „Wir gehen davon aus, dass auch das Oberlandesgericht unsere Auffassung vertreten wird, dass die Höhe der Forderung nicht berechtigt ist“, sagte ein Sprecher. Beim BGH war unmittelbar keine Stellungnahme zu erhalten.

Bislang war Vodafone mit der Klage vor Gerichten stets abgeblitzt. Angestoßen hatte den langwierigen Gerichtsstreit der mittlerweile zu Vodafone gehörende Kabelmarktführer Kabel Deutschland im Jahr 2012. Der wirft den Bonnern seit damals vor, von 2003 beginnend kartellrechtswidrig überhöhte Preise für die Nutzung von Kabelanlagen verlangt zu haben. Die Wurzeln des Streits reichen bis in die 90er Jahre zurück.

Einst gehörten Kabel- und Telefonnetz beide der Bundespost. Nach der Liberalisierung des Telekommarktes musste der Bonner Konzern jedoch das Kabelnetz verkaufen. Kabel-Firmen nutzen aber teilweise noch heute das weitverzweigte Leitungsnetz der Telekom.

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