Immobilienverkauf hält Gerry Weber in den schwarzen Zahlen

Allein ein Immobilienverkauf hat der unter Druck geratenen Modefirma Gerry Weber im abgelaufenen Bilanzjahr 2015/16 schwarze Zahlen beschert. Der lange erfolgsverwöhnte Modekonzern kämpft schon seit 2015 mit Umsatz- und Gewinneinbußen.

So erreichte das operative Ergebnis (Ebit) nach ersten Berechnungen 13 bis 14 Millionen Euro nach knapp 80 Millionen Euro im Jahr zuvor, wie der westfälische Damenmode-Hersteller mitteilte. Dabei fielen zum einen Sanierungskosten von 31 Millionen Euro an und zum anderen ein außerordentlicher Ertrag aus dem Immobilienverkauf in Höhe von etwa 20 Millionen Euro, berichtet Reuters. Der Konzernumsatz sank auf rund 900 (Vorjahr: 920,8) Millionen Euro.

Vorstandschef Ralf Weber sieht erst 2018 Chancen für Wachstum. Für das seit November laufende Bilanzjahr 2016/17 rechnet er dagegen erneut mit einem Umsatzrückgang von bis zu vier Prozent und einem Ergebnis auf Vorjahreshöhe. Es würden nochmals Sonderbelastungen für den Konzernumbau in Höhe von sechs Millionen Euro anfallen. An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kursrutsch. Die Aktien notierten mit 11,64 über sechs Prozent im Minus.

Der lange erfolgsverwöhnte Modekonzern kämpft nun schon seit 2015 mit Umsatz- und Gewinneinbußen. Weber steuert mit Ladenschließungen und Stellenabbau gegen. Gerry Weber und andere Modeunternehmen wie Hugo Boss, Esprit oder Tom Tailor haben in den vergangenen Jahren den Verkauf ihrer Waren über eigene oder Franchise-Geschäfte vorangetrieben und bei den Neueröffnungen ein erhebliches Tempo vorgelegt. Weber hatte dabei immer wieder die Umsatzmilliarde ins Visier genommen, erreicht wurde sie bislang aber nicht. Mit seiner Damenmode für über 40-Jährige ringt der Anbieter wie andere hiesige Modefirmen auch mit den wachsenden Marktanteilen von H&M und den Inditex-Ablegern Zara und Massimo Dutti. Die Konkurrenten sorgen mit rasch wechselnden Kollektionen für steten Zustrom in ihre Geschäfte.

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