UBS hofft auf Rückenwind durch Trump-Wahl

Die UBS hofft mit der Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump auf eine Belebung des Vermögensverwaltungsgeschäfts. Das könnte der Bank im Kerngeschäft helfen - ebenso wie die steigenden US-Zinsen.

Zwar würden viele Kunden angesichts der unsicheren Wirtschaftsaussichten weiterhin nur wenig investieren. „Dennoch beobachten wir, vor allem in den USA, erste Anzeichen eines wachsenden Anlegervertrauens“, zitiert Reuters den weltgrößten Vermögensverwalter.

Mit dieser Einschätzung gibt sich die UBS etwas optimistischer als zuletzt – und das ist Wasser auf die Mühlen der Aktionäre: Denn im vergangenen Jahr hatte das größte Schweizer Geldhaus angesichts geringerer Erträge in der Investmentbank und der Vermögensverwaltung einen Gewinnrückgang auf 3,3 von 6,2 Milliarden Franken verbucht.

Grund hierfür war auch ein positiver Steuereffekt im Jahr 2015, der sich so nicht mehr wiederholte. Die Anteilseigener sollen für 2016 eine unveränderte Dividende von 60 Rappen erhalten. Im Jahr davor hatte die Bank zusätzlich 25 Rappen je Aktie als Sonderdividende ausgeschüttet.

Die UBS dürfte damit besser abgeschnitten haben, als Konkurrenten wie die Deutsche Bank und Credit Suisse. Sie legen ihre Jahresbilanz erst im Februar vor. Für beide Institute erwarten Experten wegen der milliardenschweren Bußen zu den Verfahren am US-Immobilienmarkt Verluste. Bei der UBS ist dieser Rechtsfall noch offen. Die Rückstellungen für sämtliche Verfahren am US-Immobilienmarkt beließ das Institut weitgehend unverändert bei 1,4 Milliarden Dollar.

Zwar verbessern sich die Aussichten in der Vermögensverwaltung langsam – zuletzt waren Millionäre und Milliardäre auf der ganzen Welt jedoch verunsichert und hielten große Teile ihres Gelds in bar. Doch die Bank verdient, wenn die Kunden handeln. Die Flaute spiegelt sich in den Bruttomargen wieder, die im vierten Quartal weiter schrumpften. Zudem zogen im Schlussquartal vor allem Kunden aus Schwellenländern und dem asiatisch-pazifischen Raum Gelder ab, was netto zu Abflüssen von 4,1 Milliarden Franken führte. Nach den Behörden in Europa haben auch außereuropäische Länder Steuerflüchtlingen den Kampf angesagt.

Einen Lichtblick gibt es hingegen im separat geführten Vermögensverwaltungs-Geschäft in Amerika: Dort erhöhten sich die Bruttomargen dank der steigenden Zinsen und einer wachsenden Zuversicht der Kunden nach den Wahlen wieder. Auch andere Privatbanken wie Julius Bär erhoffen sich dadurch gute Geschäfte.

In der Investmentbank legte die UBS im Schlussquartal zu. Zwar profitierte das Institut nicht wie viele US-Konkurrenten wie Goldman Sachs, JP Morgan oder Citigroup von einem boomenden Anleihenhandel, in dem die Schweizer schwächer vertreten sind. Das kompensierte die UBS aber mit Zuwächsen im Aktienhandel. Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im vierten Quartal auf 344 Millionen von 223 Millionen Franken.

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