Deutschland sucht bei Digitalisierung Anschluss an Schweden

Um den Rückstand bei der Digitalisierung aufzuholen, kooperieren Deutschland und Schweden künftig noch enger.

Deutschland und Schweden gehen mit der Eröffnung des German Swedish Tech Forums eine neue Form der Kooperation ein. Die bilaterale Plattform der Deutsch-Schwedischen Handelskammer und der Königlich Schwedischen Akademie der Ingenieurwissenschaften (IVA) soll die Industrien beider Länder näher zusammenzubringen.

Die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 spielen sowohl in Deutschland als auch Schweden eine immer wichtigere Rolle: „Die Digitalisierung birgt für Schweden großes Potenzial. Das Land könnte sich schon bald als Testmarkt für Innovationen der Industrie 4.0 präsentieren. Im letzten Jahr hat die Regierung einen Handlungsplan mit 45 Maßnahmen beschlossen, die zu einer smarten, digitalisierten Industrie beitragen sollen“, sagt Heiko Steinacher, Experte für Schweden bei Germany Trade & Invest in Stockholm. Ob Industrie 4.0 in der Kfz-Industrie oder 5G im Bergbau: Das langfristige Ziel sei es, zahlreiche Testumgebungen für die unterschiedlichsten Bereiche zu etablieren.

Die Agentur Business Sweden erarbeitet seit Ende November eine Anreizstrategie, damit sich Industrie-4.0-Lösungen stärker in der Breite durchsetzen. Die Maßnahmen sollen Industrieunternehmen und Start-ups mit IT-Expertise dabei unterstützen, die Produktion industrieller Erzeugnisse, industrienahe Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung sowie Testverfahren in Schweden auf einen vernetzten Betrieb umzustellen oder auszubauen.

Deutschland und Schweden stehen vor gemeinsamen technologischen Herausforderungen. Der traditionell enge Austausch bietet gute Voraussetzungen für Kooperationen im Bereich der Digitalisierung. So würden schwedische Softwarefirmen beispielsweise gerne stärker mit deutschen Technologieanbietern und Industrieunternehmen zusammenarbeiten. Die deutsch-schwedischen Handelsbeziehungen gelten ebenfalls als gefestigt. In 2015 exportierte Deutschland nach Schweden Waren im Wert von mehr als 23 Milliarden Euro. Damit lag das Land als Abnehmer noch vor Ländern wie Russland, der Türkei oder Japan.

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