Trotz Abgasskandal: Deutsche Autobauer steigern US-Verkäufe

Obwohl Volkswagen erneut Millionen an US-Kläger zahlen muss, kann der Wolfsburger Konzern seinen Absatz genau wie andere deutsche Autobauer erheblich steigern.

Angeführt von Volkswagen haben die meisten deutschen Autobauer ihre Absätze in den USA zum Jahresbeginn gesteigert. Der Wolfsburger Konzern verkaufte im Januar mit gut 23.500 Fahrzeugen 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der starke Zuwachs ist aber auch dem schwachen Vorjahresmonat geschuldet, als der Verkauf wegen des Dieselskandals einbrach. Für Audi lief es mit einem Plus von elf Prozent auf etwa 13.200 Autos ebenfalls rund. Auch Mercedes und Porsche meldeten am Mittwoch Zuwächse, allerdings im kleineren Umfang. US-Autobauer dagegen zeigten Schwäche: Die Opel-Mutter General Motors konnte zwar mit knapp 196.000 verkauften Fahrzeugen die meisten Kunden begeistern, im Vergleich zum Januar 2016 war dies aber ein Rückgang von fast vier Prozent.

Bei VW zog vor allem der Verkauf bei den Modellen Golf Sportwagen, Tiguan und Passat deutlich an. Für Volkswagen ist die Entwicklung in den USA von besonderer Bedeutung, weil das Unternehmen den dort aufgedeckten Diesel-Skandal nach der jüngsten Einigung mit den US-Behörden hinter sich lassen will.

Trotz des deutlichen Anstiegs reicht Volkswagen mit seinen 23.500 Fahrzeugen nicht an den US-Absatz von Daimler heran. Mit genau 27.900 Autos der Marken Mercedes und Smart verkaufte der Konzern 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Porsche betrug das Plus 5,7 Prozent auf rund 4600 Wagen. BMW dagegen schlug 21.219 Autos los – 101 Fahrzeuge oder 0,5 Prozent weniger. Die deutschen Autobauer stehen in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr vor großen Ungewissheiten, weil Präsident Donald Trump den Konzernen eine 35-prozentige Importsteuer auf in Mexiko produzierte Autos angedroht hat.

VW-Erzrivale Toyota musste mit einem Minus von elf Prozent einen ebenso großen Rückschlag hinnehmen wie Fiat Chrysler. Der japanische Konzern brachte rund 143.000 Autos an die Kunden, das US-italienische Unternehmen etwas mehr als 152.000 Autos. Bei Ford rollten deutlich mehr Pickup-Trucks aus den Autohäusern, so dass der US-Konzern einen Rückgang bei anderen Modellen ausgleichen konnte. Der Absatz blieb bei knapp 173.000 Fahrzeugen praktisch stabil.

Im Januar läuft das Geschäft in der gesamten Branche traditionell eher schleppend. Doch insgesamt brummt der US-Automarkt. Die Absatzzahlen steigen seit sieben Jahren. In den vergangenen zwei Jahren wurden Rekordwerte erzielt. Auch 2017 halten Analysten dies für möglich, weil sie wegen der Wirtschaftspolitik Trumps auf einen Konjunkturaufschwung setzen.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.