Syngenta-Übernahme soll im Frühjahr stattfinden

Die Aktionäre des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta dürfen mehr als ein Jahr nach dem Übernahmeangebot von ChemChina mit einem Abschluss des Deals rechnen. Die Genehmigungsprozesse in den USA und der EU kommen voran.

Konzernchef Erik Fyrwald stellte am Mittwoch den Vollzug der 43 Milliarden Dollar schweren Transaktion für das zweite Quartal in Aussicht und rechnet nicht mit einer weiteren Verzögerung. Die für den Deal ausschlaggebenden Genehmigungsprozesse in den USA und der EU machten gute Fortschritte, sagte Fyrwald der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei auch überzeugt, dass das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) zustimmen werde. „Das wird keine Verzögerung verursachen.“

Ursprünglich wollten die beiden Konzerne den größten Auslandszukauf eines chinesischen Unternehmens bereits vergangenes Jahr in trockenen Tüchern haben. In Europa war das Vorhaben bei den Kartellwächtern dann aber auf Skepsis gestoßen, weil die Transaktion zu höheren Preisen und geringerer Auswahl für die Bauern führen könnte. Hintergrund ist die laufende Konsolidierungswelle in der weltweiten Pflanzenschutz- und Saatgutbranche: So will Bayer Monsanto schlucken und auch die US-Chemieriesen DuPont und Dow Chemical haben einen Zusammenschluss angekündigt. Kommen alle diese Deals zustande, teilen sich mit BASF vier Riesen den Markt weltweit auf.

Insidern zufolge werden die EU-Behörden den Weg im kommenden Monat frei machen und in den USA wird mit einer raschen Genehmigung gerechnet, denn ChemChina macht in den USA nur wenig Umsatz. Die Brückenfinanzierung für den Deal stehe unwiderruflich, sagte Syngenta-Finanzchef Mark Patrick.

Dass die Transaktion durch einen Zusammenschluss der Chinesen mit einer anderen Firma in Gefahr geraten könnte, befürchtet Syngenta-Chef Fyrwald nicht. „Ich spreche persönlich mit ChemChina-Präsident Ren Jianxin“, sagte Fyrwald. „Uns wurde wiederholt versichert, es gebe gegenwärtig keine Gespräche mit anderen über eine Fusion in China.“ Der Staatskonzern war bereits im Januar Berichten über eine Übernahme des heimischen Rivalen Sinochem entgegengetreten.

Im vergangenen Jahr sank der Gewinn des Pflanzenschutz-Weltmarktführers aus Basel in einem für die Branche anhaltend schwierigen Umfeld um zwölf Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar Der Umsatz ging um fünf Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar zurück. Eine Dividende fällt aus, eine Ausschüttung würde nämlich vom Angebotspreis von 465 Dollar je Aktie abgezogen. ChemChina hat den Eigentümern vor einem Jahr allerdings noch eine Sonderdividende von fünf Franken je Aktie beim Abschluss der Transaktion versprochen.

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