Drohne Bat Bot: Kampfeinsatz mit Fledermaus-Technologie

Eine neuartige Flug-Drohne simuliert den Flug von Fledermäusen. Sie könnte die bisherig Hubschrauber-Technologie ablösen.

Wissenschaftler haben einen Roboter gebaut, der wie eine Fledermaus flattern und Sturzflüge absolvieren kann, berichtet das Wall Street Journal. Er soll der Forschung verstehen helfen, wie Fledermäuse fliegen. Er könnte aber auch Drohnen verbessern, die bisher nur mit Helikopterschrauben fliegen.

Der Bat Bot – kurz B2 – ist die jüngste Ergänzung eines neuen Forschungszweigs, der sich mehr an natürlichen Formen wie der von Vögel oder Insekten orientiert.

Anders als die Flügel anderer Tiere sind Fledermausflügel extrem gelenkig – in etwa wie eine menschliche Hand, sagt der Bat Bot-Entwickler der University of Illinois Alireza Ramezani. Aus wissenschaftlichen Studien versuchten die Forscher zu entschlüsseln, welche Aspekte der komplizierten Anatomie sie benötigten, um den Roboter zu bauen. Sie reduzierten mehr al 40 Gelenke auf nur noch neun, wobei fünf davon von einem kleinen Motor gesteuert werden.

In einem zweiten Schritt programmierten sie den Roboter mit fledermausartigen Bewegungen und Manövern. Der Bat Bot kann bisher ca. 30 Meter geradeaus fliegen, dann einen Flügel falten, um eine Kehrtwende einzuleiten und schließlich wie ein Adler in einen Sturzflug überzugehen. Ein sehr dünnes Material auf Silikonbasis, das wie eine Membran über das leichte Skelett gespannt ist, imitiert die Flexibilität der Fledermausflügel. „Die Sicherheit der Fledermaus-Roboter mit weichen Flügeln ist der wichtigste Punkt“, sagt Soon-Jo Chung, Professor am California Institute of Technology für Luft-und Raumfahrt und Co-Autor des Papers. Im Vergleich zu Drohnen, die von rotierenden Hubschrauberblättern angetrieben werden, wäre B2 ruhiger und weniger gefährlich für Menschen, so Chung weiter.

Der Roboter wiegt nur 93 Gramm und hat eine Flügelspannweite von 47 Zentimetern. Sensoren auf dem Bat Bot sammeln Informationen, wie sich der Roboter bewegt und gibt sie an einen Mikroprozessor weiter. Dieser steuert und passt wiederum den kleinen Gelenkmotor an. In Verbindung mit einer kleinen Kamera könnte B2 dafür verwendet werden, Baustellen zu überwachen oder die Auswirkungen von Naturkatastrophen festzuhalten – so die offizielle Begründung. Tatsächlich könnte die Innovation vor allem die Militärtechnik befördern, weil die Drohne im Kampfeinsatz den herkömmlichen Drohnen wegen der besseren Flugeigenschaften deutlich überlegen ist.

Um die Leistung des neuartigen Roboters zu verbessern, seien jedoch technische Kooperationen nötig, so Seth Hutchinson von der University of Illinois. Diese würden beispielsweise leistungsstärkere Batterien oder kleinere und effizientere Motoren umfassen. Das würde die Manövrierfähigkeit deutlich erhöhen, meint Joseph Bahlman, Biomechaniker der University of British Columbia in Vancouver. Auch er hatte bereits einen ähnlichen Roboter gebaut, der jedoch zu schwer war, um eigenmächtig fliegen zu können. Die technologischen Grenzen von Motoren sind eine zentrale Herausforderung, sagt er – denn „Muskel ist so viel besser“ als das, was Menschen bauen können.

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