Schweiz: Mut zu eigennützigen Investitionen wächst

Forschung und Entwicklung wird ein immer attraktiveres Gebiet. International rangiert die Schweiz auf den vorderen Plätzen.

2015 wendeten die Unternehmen in der Schweiz für ihre eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F+E) pro Tag (einschliesslich Samstag und Sonntag) rund 43 Millionen Franken auf. Noch nie zuvor wurde so viel für F+E ausgegeben. Die Aufwendungen liegen deutlich über den Zahlen der letzten BFS-Erhebung von 2012. Auch im internationalen Vergleich gehört die Schweiz zu den Ländern mit den aktivsten Unternehmen in der F+E. Seit zwei Jahrzehnten wachsen die F+E-Aufwendungen stärker an als das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz.

Am meisten investiert die Pharmabranche. Sie tätigt 35 Prozent bzw. 5,5 Milliarden Franken der gesamten F+E-Aufwendungen. Dahinter folgen die Branchen „Forschung und Entwicklung“ und „Maschinen“. Auf diese beiden Branchen entfallen 16 bzw. 10 Prozent der gesamten F+E-Aufwendungen.

Mit Ausnahme der Branchengruppen „Metall“ (starker Rückgang von -30 Prozent) und „Andere“ (leichter Rückgang von -3 Prozent) erhöhten alle Wirtschaftszweige ihre Intramuros-F+E-Aufwendungen. Der grösste Anstieg war in der Branche „IKT-Dienstleistungen“ zu beobachten (+66 Prozent).

2015 gaben die Unternehmen deutlich mehr für Grundlagenforschung aus als 2012. Innerhalb dieser drei Jahre sind die Aufwendungen für die Grundlagenforschung auf 3,5 Milliarden Franken gestiegen und haben sich somit mehr als verdoppelt. Nahezu ein Viertel aller F+E-Aufwendungen floss in die Grundlagenforschung. Dieser Anteil ist nicht zuletzt deshalb bemerkenswert, weil die Unternehmen die Grundlagenforschung oft vernachlässigen und sich in erster Linie mit angewandter Forschung und experimenteller Entwicklung befassen.

Personell waren in den Unternehmen rund 57.000 Personen in der Forschung und Entwicklung tätig, was einem Zuwachs von 10 Prozent entspricht. Diese Entwicklung ist mit jener der gesamten F+E-Aufwendungen vergleichbar. Drei Viertel (77 Prozent) des F+E-Personals verfügen über eine Ausbildung auf Tertiärstufe. Der Frauenanteil beläuft sich auf 22 Prozent des gesamten F+E-Personals, der Ausländeranteil auf 38 Prozent.

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