Fachkräftemangel: Tausende freie Stellen in der Technologie

Der akute Fachkräftemangel ist in der IT-Branche besonders auffallend. E-Techniker und Developer sind sehr gefragt. Doch auch die Gesundheitsbranche hat einen hohen Leerstand.

Neues Jahr, neuer Job – so lautet die Devise bei zahlreichen Arbeitnehmern, die sich zu Beginn des Jahres für einen Neuanfang entscheiden. Vom ständigen Fachkräftemangel ist die Rede, doch wo genau befinden sich diese Jobs, bei denen Bewerber aktuell die besten Chancen haben müssten? Die Studie basiert auf einer aktuellen Fachkräfte-Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (Stand: Dezember 2016), die 20 Berufsgruppen identifiziert, bei denen ein Fachkräftemangel erkennbar ist. Hier wurde ermittelt, bei welchen dieser 20 Berufsgruppen die meisten Stellenausschreibungen anfallen, basierend auf dem aktuellen Anzeigenindex der Jobsuchmaschine Adzuna.

Technologie: Über 100.000 Jobs

Mit 40.828 offenen Stellen auf Adzuna.de, ist die Nachfrage nach Experten für IT-Anwenderberatung sowie Softwareentwicklung und Programmierung mit Abstand am größten. Gefolgt von Spezialisten in der Elektrotechnik (34.673 offene Stellen) sowie Ingenieuren im Bereich Mechatronik und Automatisierungstechnik (28.250 offene Stellen) sorgen diese top drei Berufsgruppen alleine für über 100.000 offene Stellen für Fachkräfte im Technologiebereich. Auf Länderebene entfallen dabei die meisten Stellen auf Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Gesundheitswesen: Über 40.000 Jobs

Dem hohen Bedarf im Technologiebereich folgen Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen. Hier werden insbesondere examinierte Fachkräfte und Spezialisten in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Geburtshilfe (19.441 offene Stellen) gesucht sowie examinierte Fachkräfte und Spezialisten der Altenpflege (13.351 offene Stellen). Zusammen mit der Berufsgruppe der Humanmediziner (4.858 offene Stellen) und Fachkräften/Meistern der Orthopädie-, Rehatechnik und Hörgeräteakustik (3.845 offene Stellen) stehen hier aktuell über 40.000 offene Stellen zur Verfügung, die besetzt werden sollen. Auf Länderebene liegt der Bedarf im Gesundheitswesen hingegen unterschiedlicher verteilt. So werden Fachkräfte in der Krankenpflege und Altenpflege insbesondere in Nordrhein-Westfalen gesucht während Bayern die größte Nachfrage an Spezialisten für die Geburtshilfe aufweist.

Sanitär-/Klimatechnik: Über 10.000 Jobs

Die Berufsgruppe für Spezialisten aus dem Bereich Klempnerei, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik schafft es ebenso unter die Top 10 der Berufsgruppen mit der meisten Nachfrage. Hier sind aktuell 11.847 offene Stellen zu besetzen. Ähnlich wie im Bereich Technologie entfallen dabei die meisten Stellen auf Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. WIWI sagt:

    Würden die anständig bezahlen, hätten die kein Problem. Wenn, wie in meiner Umgebung, ein Dipl. Ing. Maschinenbau lächerliche 3000 Euro brutto verdient, bei unmenschlicher Arbeitsbelastung und einer menschenunwürdiger Erwartungshaltung, Sonntagsarbeit, Wartung, Installation, Migration von CAD Sys. on top, dann lohnt ein Studium des Maschinenbaus für den Einsatz in der EU nicht mehr, wohl aber für eine Verwendung im EU-Ausland. Der Kollege ist psychisch am Rande, auch weil oft Leute, die dem Druck nicht standhalten oder Kritik äussern und nicht alles auf Kosten ihrer Gesundheit mitmachen wollen gefeuert werden.
    Nicht umsonst verließen uns in 2015 fast eine Millionen überwiegend gut ausgebildete. Das sagt alles!!! Da braucht es an sich keiner weiteren Analyse, noch Beispiel um die Krankheit des Systems zu erkennen. Menschen verlassen ihr Heimatland nur wenn etwas gravierend nicht in Ordnung ist.

  2. Ralf sagt:

    Es gibt keinen wirklichen Fachkräftemangel. Der oft beschriebene Fachkräftemangel ist zu großen Teilen hausgemacht. Was ist Fakt? Es gibt einen Mangel an Menschen, die bereit sind, für die oft niedrigen Löhne sehr viele Stunden zu arbeiten.

    Ein echter Fachkräftemangel müsste mit deutlichen Lohnzuwächsen einhergehen. Das ist nicht der Fall. Es geht in den meisten Fällen eher um super flexibel und billig. Und die steigenden Abgaben rauben den Leuten vom Brutto immer mehr Netto. Jeder vierte Vollzeitbeschäftigte ist mittlerweile in Niedriglohnsektor tätig. Das sind die Fakten. Selbst im IT-Bereich suchen derzeit rund 3000 Fachinformatiker händeringend einen Job!

  3. A. Walter sagt:

    Gesundeitspflege, Krankenpflege, Geburtshilfe, Altenpflege, Klempnerei, Sanitär- und Heizungstechnik ….. alles Berufe in denen die Arbeitnehmer/innen für einen Hungerlohn arbeiten müssen.

    Das ist eine Schande!

    Wer erwartet dann noch ernsthaft, dass jemand noch in diesen Berufen arbeiten will?

    Würden die Leute hier einigermaßen anständig entlohnt, dann gäbe es hier keinen nennenswerten Fachkräftemangel.

    Der schwarze Peter liegt hier eindeutig bei den Arbeitgebern (und auch bei der Politik), die hier keine positiven Änderungen herbeiführen wollen.

    Leider haben diese Berufe (insbesondere die Pflegeberufe) auch keine aktive Berufsvertretung. Druck könnten sie nämlich genug ausüben, wenn beispielsweise die Pflegekräfte ähnlich wie die Piloten bei der Lufthansa mal einige Tage streiken würden, dann würde vielen erst einmal deutlich werden, wie wichtig diese Arbeitnehmer sind.