Klage gegen Airbus: Österreich ortet Betrug bei Eurofighter-Kauf

Österreich fühlt sich beim milliardenschweren Kauf der Kampfflugzeuge Eurofighter über den Tisch gezogen. Der Kauf ist seit Jahren von schweren Korruptionsvorwürfen begleitet.

Vier Eurofighter beim Tag der Offenen Tür des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 «Steinhoff» im Formationsflug. (Foto: dpa)

Vier Eurofighter beim Tag der Offenen Tür des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 «Steinhoff» im Formationsflug. (Foto: dpa)

Das Verteidigungsministerium hat am Donnerstag eine Klage in Wien gegen Airbus und Eurofighter eingebracht. Es bestätigte entsprechende Medienberichte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Es geht um den Verdacht auf arglistige und betrügerische Täuschung unter anderem beim Kaufpreis der Jets. Österreich schließt sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligter an und verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe. Grundlage für den Schritt seien neueste Ermittlungen der seit 2012 tätigen «Task Force Eurofighter».

Der Kauf ist seit Jahren von schweren Korruptionsvorwürfen begleitet. In verschiedenen Ländern, unter anderem auch in Deutschland, laufen Ermittlungen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) will am Vormittag bei einer Pressekonferenz in Wien Stellung nehmen.

Die Alpenrepublik hatte 2003 den Vertrag zum Kauf von 18 Eurofighter für rund zwei Milliarden Euro sowie vier Milliarden Euro in Gegengeschäften abgeschlossen. Nach einem Regierungswechsel in Wien folgten vergebliche Verhandlungen zur kompletten Auflösung des Vertrags. 2007 kam es zum Vergleich, die Stückzahl wurde auf 15 reduziert. Der Kaufpreis wurde um 250 Millionen Euro gesenkt.

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