Allianz in Spendierlaune: Milliarden für die Aktionäre

Die Allianz ist auf der Suche nach Zukäufen bislang nicht fündig geworden und schüttet deshalb viel Geld an die Anleger aus.

Zu einem Aktienrückkauf über bis zu drei Milliarden Euro – dem ersten in der Firmengeschichte – kommt eine höhere Dividende, die sich insgesamt auf fast 3,5 Milliarden Euro summiert, berichtet Reuters. „Allianz blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2016 zurück“, erklärte Vorstandschef Oliver Bäte am Donnerstagabend. Das operative Ergebnis kletterte wegen einer schwächelnden Vermögensverwaltung zwar nur leicht um 0,9 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. Damit landete Europas größter Versicherer aber immer noch am oberen Ende der eigenen Erwartungen. In diesem Jahr sind nach Konzernangaben bis zu 11,3 Milliarden Euro drin.

„Das Jahr 2016 bot reichlich an – teilweise unerfreulichen – Überraschungen, die unsere politische und wirtschaftliche Umwelt maßgeblich beeinträchtigen werden“, betonte Bäte. Daher seien Vorhersagen schwierig. Der Konzern habe aber eine robuste Kapitalbasis und es zeigten sich erste Umbauerfolge. Der frühere McKinsey-Berater, seit 2015 am Ruder, will die Allianz agiler und vor allem digitaler machen. Zugleich schaut sich Bäte im Markt nach Zukaufsgelegenheiten um, auch größeren, wie er zuletzt noch einmal betont hatte. Insbesondere Australien hat er Finanzkreisen zufolge im Visier. Eintüten konnte er aber noch nichts.

Daher tritt nun das Aktienrückkaufprogramm in Kraft, das die Allianz schon vor Bäte für den Fall in Aussicht gestellt hat, dass sie ihre „Kriegskasse“ nicht einsetzen kann. In Zukunft soll es diesen Automatismus aber nicht mehr geben, wie Bäte betonte. Die Dividende soll für das abgelaufene Jahr um 30 Cent auf 7,60 Euro je Aktie steigen. Damit schüttet der Konzern ungefähr die Hälfte seines Überschusses aus, der um vier Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zulegte.

Treiber war die Lebens- und Krankenversicherung, die beim Ergebnis zulegte. Einbußen gab es dagegen sowohl in der Schaden- und Unfallversicherung als auch in der Vermögensverwaltung. Zu letzterer zählt die US-Fondstochter Pimco, die nach offiziellem Bekunden unter dem Strich zwar keine Kundengelder mehr verliert, aber noch längst nicht wieder an die alten Erfolge anknüpfen kann. Pimco, seit Jahrzehnten spezialisiert auf festverzinsliche Wertpapiere, war vor mehr als drei Jahren in die Krise gerutscht. Erst lieferten die Fonds im Niedrigzinsumfeld nicht mehr die erhofften Renditen. Später kamen Personalquerelen hinzu, Gründer Bill Gross ging im Streit. Das alles kostete vorübergehend Vertrauen. Insgesamt verwaltete die Allianz nun per Ende Dezember ein Vermögen von fast 1,9 Billionen Euro.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.