Schweizer Banken bezahlen 2016 mehr Strafzinsen

Seit der Einführung der Strafzinsen sind die Gebühren konstant gestiegen. Viele Institute geben dies an ihre Kunden weiter.

Die Schweizer Banken haben im vergangenen Jahr mehr Strafzinsen bezahlt. Die gebührenpflichtigen Guthaben der Institute bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im Jahresverlauf gestiegen, wie aus Daten der Zentralbank hervorgeht. Grund dafür dürften auch die anhaltenden Interventionen der Notenbank sein, durch die Einlagen der Banken bei der SNB in die Höhe klettern.

Die Finanzinstitute bezahlen auf das Geld, das sie bei der SNB parken, ab einem gewissen Freibetrag einen Strafzins von 0,75 Prozent. Die Höhe dieses Freibetrags unterscheidet sich je nach Geldhaus und entspricht dem 20-fachen jener Summe, die die Bank als sogenannte Mindestreserve bei der SNB hinterlegen muss. Parken die Banken darüber hinaus mehr Geld bei der Notenbank, müssen sie dafür Strafe bezahlen. Das war im Vorjahr bei allen Bankengruppen der Fall: Besonders betroffen von dem Anstieg waren die Großbanken UBS und Credit Suisse: Ende 2015 lagen ihre Giroguthaben beim 23-fachen der Mindestreserve. Doch im Lauf des Jahres parkten sie deutlich mehr Geld bei der SNB: Bis Dezember stiegen die Giroguthaben fast auf das 31-fache der Mindestreserve.

Auch die Guthaben aller Banken zusammengenommen legten zu – hier fiel der Anstieg allerdings deutlich geringer aus als bei den Großbanken. Wieviel Negativzinsen die Geldhäuser im vergangenen Jahr bezahlt haben, geht aus den Daten nicht hervor.

Für die ersten neun Monate 2016 haben die Banken 1,1 Milliarden Franken an Strafzinsen bezahlt – das ist bereits fast so viel wie im gesamten Jahr 2015, als die SNB 1,2 Milliarden Franken eingenommen hatte. Die Banken schultern die Gebühr jedoch nicht allein: Viele geben sie an ihre Kunden weiter – oft auch indirekt über höhere Kreditzinsen.

Die Schweiz hatte die Negativzinsen 2015 eingeführt: Die Notenbank will damit den Franken unattraktiv für Investoren machen und so eine wirtschaftsschädliche Aufwertung der Währung verhindern. Denn der Franken gilt bei Anlegern als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten – und war somit angesichts diverser wirtschaftlicher und politischer Krisen zuletzt gefragt.

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