Maschinenbauer Aumann will an die Börse

Der westfälische Maschinenbauer Aumann will vom Elektroauto-Boom profitieren und noch vor Ostern den Sprung an die Börse wagen.

Die Tochter der börsennotierten Berliner Beteiligungsgesellschaft MBB machte die Börsenpläne am Montag publik. Laut Finanzkreisen will der Hersteller von Motor-Wickelmaschinen und Drahtlackiermaschinen aus Beelen mit dem Börsengang 200 bis 250 Millionen Euro einsammeln. 60 Millionen davon will Aumann selbst in den Ausbau der Produktion in China und den USA stecken. „Ziel des Börsenganges ist es, die führende Marktposition von Aumann weiter auszubauen und der stark wachsenden Nachfrage gerecht zu werden“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Der Löwenanteil geht aber an die MBB, die ihren Anteil an ihrer wertvollsten Tochtergesellschaft von 93,5 Prozent in etwa halbieren will. Von der offiziellen Ankündigung einer Neuemission bis zum ersten Handelstag dauert es in der Regel etwa vier Wochen.

Organisiert wird der Börsengang im streng regulierten Prime Standard von der US-Investmentbank Citi und der Privatbank Berenberg. Das Unternehmen und die Banken hoffen laut Insidern auf eine Bewertung von bis zu 500 Millionen Euro. Zum Vergleich: MBB wird an der Börse mit gut 550 Millionen bewertet. Aumann wäre die erste Neuemission des Jahres in Frankfurt. Die bayerische AlzChem war mit ihren Börsenplänen kürzlich mangels Nachfrage der Investoren gescheitert.

Die Maschinen von Aumann werden zum Bau von Elektromotoren gebraucht. Das Unternehmen mit rund 600 Mitarbeitern erwartet, dass die Produktion von Elektroautos bis 2025 um 30 Prozent im Jahr wächst, in Europa, China und den USA sogar um 40 Prozent. Aumann beliefert sowohl viele große Autobauer und -zulieferer als auch Hersteller von E-Bikes. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um zwei Drittel auf 156 Millionen Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 19,3 (2015: 12,4) Millionen Euro. 25 bis 30 Prozent des Nettogewinns sollen künftig an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Aumann entstand aus dem gleichnamigen Mittelständler, den MBB 2015 gekauft hatte, und aus der ehemaligen Claas Fertigungstechnik, die seit 2012 zu ihren Beteiligungen gehört.

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