Dieselverkäufe in Deutschland brechen ein

Die Diskussion um Dieselfahrverbote und der Dieselskandal wirken sich auf die Autoverkäufe in Deutschland aus.

Bei den neu zugelassenen Pkw ging der Dieselanteil im Februar um 10,5 Prozent zurück, wie das Kraftfahrtbundesamt (KBA) am Donnerstag mitteilte. Damit waren über die Hälfte der Neuwagen Benziner (53,7 Prozent). In Stuttgart sollen ab 2018 an Tagen mit hoher Feinstaub-Belastung Fahrbeschränkungen gelten. Dies wird Diesel-Fahrzeuge treffen, die die aktuell strengste Abgasnorm „Euro 6“ nicht erfüllen. Auch in anderen Großstädten drohen Diesel-Fahrverbote.

„In den kommenden Monaten und Jahren wird der Marktanteil von Diesel-Fahrzeugen voraussichtlich weiter zurückgehen“, sagte Autoanalyst Peter Fuß von der Beratungsfirma EY. Neben der Diskussion um Diesel-Fahrverbote hinterließen strengere Abgasvorschriften ihre Spuren. Durch die zusätzliche Technik zur Abgasreinigung verteuerten sich Dieselfahrzeuge. „Daher hat der Diesel zumindest im Kleinwagen- und Kompaktsegment einen immer schwereren Stand“, sagte Fuß. Auch in anderen wichtigen europäischen Märkten sei der Diesel-Absatz im Februar gesunken: In Frankreich sei die Zahl der Neuzulassungen von Diesel-Neuwagen um 14 Prozent zurückgegangen, in Spanien um neun Prozent.

Erstmals seit Oktober 2016 ging der Autoabsatz in Deutschland insgesamt zurück. Mit 243.602 Pkw wurden im Februar 2,6 Prozent weniger Wagen zugelassen als im Vorjahresmonat. Der Februar 2016 hatte allerdings einen Verkaufstag mehr. Bereinigt um diesen Effekt wuchs der Absatz im Februar um gut zwei Prozent. Einmal mehr büßte Volkswagen Marktanteile ein, aber auch BMW schlug sich schwächer als der Gesamtmarkt. Die Wolfsburger verkauften fast ein Fünftel weniger Autos ihrer Kernmarke Volkswagen, bei BMW betrug das Minus knapp neun Prozent.

Trotz des Dämpfers im Februar erwarten Experten 2017 keinen Rückgang des Autoabsatzes in Deutschland. Angesichts eines ohnehin hohen Ausgangsniveaus, der steigenden Inflation und der höheren Spritpreise werde der deutsche Neuwagenmarkt in diesem Jahr voraussichtlich nur noch um zwei bis drei Prozent zulegen, sagte Fuß. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist vorsichtiger und erwartet, dass der Autoabsatz auf dem Vorjahresniveau verharrt. Im vergangenen Jahr hatte die gute Kauflaune der Konsumenten den Autobauern das beste Jahr seit 2009 beschert. 2016 legten die Neuzulassungen um 4,5 Prozent auf knapp 3,4 Millionen Fahrzeuge zu.

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