Forschern gelingt Speichern von Strom in Betonkugeln

Mithilfe einer riesigen Betonkugel im Bodensee haben Wissenschaftler unter Wasser Strom gespeichert.

„Bislang war das eine theoretische Überlegung, jetzt konnten wir es auch in der Praxis zeigen“, sagte Projektleiter Matthias Puchta vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel. Am Freitag wurde die 20 Tonnen schwere Betonkugel vor Überlingen mit einem Bergungsschiff wieder an die Wasseroberfläche geholt – sie war dort Anfang November versenkt worden.

Die hohle Kugel funktioniert nach Angaben der Wissenschaftler so: Einströmendes Wasser treibt eine Turbine an, die Strom erzeugt. Ist überschüssiger Strom vorhanden, wird das Wasser wieder teils oder ganz aus der Hohlkugel gepumpt, so dass sie wieder für die Stromerzeugung einsatzfähig ist. Eine leere Kugel entspricht dabei einer vollen Batterie. Durch dieses System könnte beispielsweise in der Nähe von Offshore-Windparks im Meer Strom gespeichert werden.

„Es gibt ein großes Potential für die Anwendung von Meerespumpspeichersystemen in küstennahen Standorten, insbesondere auch vor den Küsten bevölkerungsdichter Regionen“, sagte Jochen Bard vom Fraunhofer Institut Ende des vergangenen Jahres. Beispielsweise vor Norwegen (Norwegische Rinne). „Aber auch Spanien, USA und Japan weisen große Potentiale auf. Mit heutiger standardisierter und verfügbarer Technik sehen wir bei der Speicherkapazität von 20 MWh pro Kugel eine weltweite elektrische Gesamtspeicherkapazität von 893.000 MWh. Damit ließen sich kostengünstig wichtige Ausgleichsbeiträge für die schwankende Erzeugung aus Wind und Sonne leisten«, stellt Bard fest.“

 

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  1. Zwackel sagt:

    Sehr schön: mit nur 893000 / 20 = ca. 45000 Stück (!) solcher Betonkugeln „weltweit“ versenkt kann man demnach fast schon 9% (0,893 TWh/ 10,3 TWh…) EINES Deutschen Kernkraftwerks einsparen !

    Wenn das mal kein Fortschritt ist.

    PS: Die 10 leistungsstärksten Kernkraftwerke in Deutschland haben eine durchschnittliche Einzel-Netto-Leistung von 1,35MW bei einer durchschnittlichen Verfügbarkeit von 87%. Die Jahresleistung EINES solchen AKWs ist demnach 1,35 x 10^9 x 24 x 365 x 0,87 = 10,3 TWh….