Britische Mittelständler werden mit Blick auf Brexit sparsamer

Vor dem geplanten Brexit halten britische Mittelständler laut Angaben aus der Finanzbranche ihr Geld verstärkt zusammen.

Sie horten Bargeld und dampfen Investitionen ein, wie aus einer am Freitag vorgelegten Studie der Großbank Lloyds hervorgeht,berichtet Reuters. Demnach planen sie binnen sechs Monaten im Durchschnitt Ausgaben in Höhe von 21.690 Pfund – 74 Prozent weniger als Mitte 2016.

„Die Firmen müssen aufpassen, dass sie nicht zu stark auf die Bremse treten“, sagte Lloyds-Managerin Jo Harris. 2019 wird Großbritannien nach den Plänen der Regierung die Europäische Union und den gemeinsamen Binnenmarkt verlassen.

Die britische Premierministerin Theresa May will trotz des Rückschlags im Oberhaus ihren Pläne zum Austritt aus der Europäischen Union ohne Abstriche durchsetzen. May habe klargemacht, dass das Gesetz ohne Änderungen verabschiedet werden solle, sagte ihr Sprecher am Donnerstag. Die Regierung hofft, dass das Unterhaus die vom Oberhaus geforderten Ergänzungen zum Schutz der Rechte von im Königreich lebenden EU-Bürgern kippt. Schließlich hätten die Abgeordneten bereits einmal Mays Vorlage verabschiedet, sagte der Sprecher. „Also erwarten wir, dass dies erneut der Fall sein wird.“Brexit-Minister David Davis sagte, er rechne nach wie vor damit, dass die Regierung wie geplant noch im März den Antrag zur Trennung von der EU einreichen werde.

Mays Brexit-Fahrplan verschiebt sich allerdings zumindest um einige Tage, da sich beide Parlamentskammern auf einen Gesetzestext einigen müssen. Statt wie geplant in der ersten März-Woche zum Abschluss zu kommen, soll nun das Oberhaus am kommenden Dienstag abermals über mögliche Änderungen beraten. Voraussichtlich etwa eine Woche später geht dann der Vorschlag der Lords zurück an die Abgeordneten.

Die konservative Regierung hat zwar keine Mehrheit im Oberhaus, sie kontrolliert aber die Abgeordnetenkammer. Es wird nicht damit gerechnet, dass die Lords erneut eine Vorlage des Unterhauses ablehnen, auch wenn diese die geforderten Änderungen nicht beinhaltet. „Ich denke, dass die Lords einen kollektiven Rückzieher machen“, sagte der Fraktionschef der oppositionellen Liberaldemokraten im Oberhaus, Dick Newby, dem Sender Sky News.

Das Oberhaus will nicht in den Ruf geraten, das Votum der Bevölkerung zu missachten. Die Briten hatten im vergangenen Juni in einem Referendum für den Brexit gestimmt. Das oberste britische Gericht wies dem Parlament im Januar ein Mitspracherecht zu, das die Regierung zunächst abgelehnt hatte.

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