Österreich: Kostenfalle Girokonto

Die Niedrigzinssituation in Österreich hat in doppelter Hinsicht negative Folgen für Girokontoinhaber.

Nicht nur, dass der Inhaber für sein eingezahltes Geld quasi keinen Zins mehr bekommt. Nein, stattdessen sind die Überziehungszinsen und Spesen sogar noch deutlich gestiegen, wie der aktuelle AK Bankenmonitor zeigt.

Bankgeschäfte kosten an allen Ecken und Enden“, sagt Gabriele Zgubic von der AK. „Einerseits werden Bankfilialen großflächig geschlossen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen unter Druck, werden abgebaut und Kundinnen und Kunden geradezu in die Selbstbedienung gedrängt.“ Auf der anderen Seite seien viele Preise in der Kontoführung nicht inkludiert, für jeden Handgriff werde extra kassiert. „Da noch Bankomatgebühren einzuführen, das wäre inakzeptabel. Das wäre lediglich eine neue weitere Kostenkeule und überhaupt nicht gerechtfertigt“, so Zgubic.

Für Normalnutzer kostet ein neues Girokonto inzwischen zwischen 0 und 238,80 Euro, wie ein Vergleich zwischen 19 Banken in Wien. Ein Gehaltskonto kostete 2016 durchschnittlich jährlich 108,46 Euro – hier sind die Kontokosten um etwa ein Viertel gestiegen.

Acht von zwölf untersuchten Banken in Wien haben an der Preisschraube gedreht, wie der Bankenmonitor zeigt. Die Preise sind bei drei bis 15 Gebühren (durchschnittlich zehn) in die Höhe gegangen. Acht Banken haben ihre Preise für die unterschiedlichsten Dienstleistungen in die Höhe geschraubt, teilweise exorbitant: BAWAG P.S.K., bankdirekt.at, easybank, Erste Bank, Bank Austria, HYPO NÖ, Generali Bank, Raiffeisenlandesbank Wien-NÖ. Neben einigen Neueinführungen betrugen die Top 15 Spesenerhöhungen zwischen 20 und 184 Prozent.

Nur ein Drittel der zwölf Banken hat im Vergleichszeitraum keine Preiserhöhungen durchgeführt: ING DiBa, Santander Consumer Bank, Volksbank Wien und WSK Bank. Drei Banken hatten immerhin eine Gebühr abgeschafft.

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  1. Rolf Engers sagt:

    Nach der Wahl geht die Post ab. Bis dahin soll es so aussehen als ob alles in bester Ordnung ist.
    Mal sehen, ob das System noch so lange durchhält.