Chemikalienhändler Brenntag plant 2017 weitere Milliarden-Übernahmen

Der weltgrößte Chemikalienhändler Brenntag peilt dieses Jahr Übernahmen im Volumen von 200 bis 250 Millionen Euro an.

Diese Spanne sei durchschnittlich pro Jahr für Zukäufe vorgesehen, sagte Konzernchef Steven Holland am Dienstag in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Geschäftszahlen 2016. Sie könne aber auch überschritten werden. Das Unternehmen habe bereits mehrere Firmen vor allem in Nordamerika und der Region Asien Pazifik im Blick. Noch im zweiten Quartal werde mit dem Abschluss einer Reihe von Akquisitionen gerechnet, auch wenn noch keine Details bekanntgegeben werden könnten.

Im vergangenen Jahr gab Brenntag rund 200 Millionen Euro für neue Konzerntöchter aus und hat sich die ersten zwei Übernahmen 2017 rund 29 Millionen Euro kosten lassen. Der Konzern aus Mülheim an der Ruhr ist in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Zukäufe stark gewachsen und verfügt inzwischen global über mehr als 200 Tochterfirmen. Als Bindeglied zwischen der Chemie-Industrie und weiterverarbeitenden Branchen handelt Brenntag in über 70 Ländern mit mehr als 10.000 Stoffen und bietet Dienstleistungen rund um den Chemievertrieb an.

Der Chemikalienhändler Brenntag hat wegen eines schwierigen Amerika-Geschäfts eingedampften Ziele 2016 erreicht und erhöht die Dividende. „Wir halten an unserer Strategie in allen Regionen fest und sehen Brenntag bestens gerüstet, um 2017 den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen“, sagte Unternehmenschef Steven Holland am Dienstag. Auch in Nordamerika dürfte sich das Umfeld schrittweise verbessern. Das Öl- und Gasgeschäft zeige eine stabile Entwicklung und sollte keinen weiteren Gegenwind darstellen. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebitda) sollen im laufenden Jahr wachsen.

Im abgelaufenen Jahr legte der Umsatz des MDax-Konzerns wegen Schwierigkeiten in Nordamerika und einer schwachen Nachfrage in Lateinamerika nur um 1,5 Prozent auf knapp 10,5 Milliarden Euro zu. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich leicht um 0,3 Prozent auf 810 Millionen Euro. Der Wert liegt genau in der Mitte der zuletzt angepassten Zielspanne.

Der Überschuss ging leicht von 365 auf 360 Millionen Euro zurück. Die Dividende soll dennoch um 5 Prozent auf 1,05 Euro je Aktie steigen. Auch in den kommenden Jahren will Brenntag nach eigenen Angaben „eine attraktive Dividende“ zahlen. Angestrebt werde nun eine Ausschüttungsquote von 35 bis 50 Prozent.

Am Finanzmarkt konnte Brenntag nicht wirklich punkten. Am Vormittag sank der Kurs der Aktien als schwächster MDax-Wert um 2,68 Prozent. Die Titel hatten seit November deutlich zugelegt. Diese Erholung reflektiert aus Sicht von DZ-Bank-Analyst Thomas Maul die Hoffnung auf eine starke Erholung von Brenntags US-Geschäft. Der Ausblick des Vorstands für 2017 sei mit Blick auf die schwache Vergleichsbasis zu erwarten gewesen. Ein Händler bewertete die Resultate des Chemikalienhändlers zwar als eher durchwachsen. Doch überzeuge der Ausblick durchaus. So sei am Markt mit vorsichtigen Aussagen des Unternehmens gerechnet worden.

 

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