Brasiliens Wirtschaft schrumpft unerwartet stark

Brasiliens Wirtschaft steckt im Konjunkturtal fest. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent, wie das Statistikamt IBGE am Dienstag mitteilte.

Bereits 2015 hatte es ein Minus von rund 3,8 Prozent gegeben. Ende 2016 beschleunigte sich die Talfahrt sogar: Das BIP fiel um 0,9 Prozent zum Vorquartal und damit stärker als von Ökonomen erwartet. Im Sommer hatte es ein Minus von 0,7 Prozent gegeben.

Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas befindet sich in der schwersten Rezession seit den 1930er Jahren. Für das laufende Jahr erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) allerdings wieder ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent.

Nach der jüngsten Zinssenkung in Brasilien schließt die Notenbank einen weiteren Schritt nach unten nicht aus. Die Entscheidung darüber, ob sie die Zügel stärker lockert, hängt unter anderem von der wirtschaftlichen Entwicklung ab, wie aus den am Donnerstag vorgelegten Protokollen der Februar-Zinssitzung hervorgeht. Die Zentralbank hat den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld angesichts der Konjunkturflaute vorige Woche um einen Dreiviertel-Prozentpunkt auf 12,25 Prozent gesenkt.

Experten erwarten, dass sie bereits im April nachlegen wird. Sie sind jedoch uneins, ob der Zins im selben Umfang wie im Februar gesenkt wird oder die Währungshüter den Schlüsselsatz um einen vollen Prozentpunkt nach unten setzen. Die Bedingungen für niedrigere Zinsen scheinen günstig, da der Preisauftrieb zuletzt nachgelassen hat und einige Wirtschaftsdaten in dem Schwellenland schlechter als erwartet ausfielen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Friedrich Helmke sagt:

    Das Schrumpfen hat wohl was mit Kaffee, aber nichts mit Klimawandel zu tun. Der Ölboom ist vorbei, überhaupt sind die Rohstoffpreise gesunken. Statt den Mittelstand zu stärken hat die linke Regierung einen Cronykapitalismus von unerreichtem Ausmass betrieben. Ein paar grosse Unternehmer erhielten überteuerte Milliardenaufträge und teilten den Gewinn mit den Politikern aller Parteien. Die Steuern sind extrem hoch und die Produktivität sehr niedrig.

  2. ReH sagt:

    Wenn es wegen Rücksichten im Naturschutz wäre, hätte ich kein Problem damit. Nur ist das wohl nicht der Grund.