Kosten für Energiewende steigen

Ohne Subventionen ist in Deutschland die Energiewende weiterhin nicht denkbar. Die Kosten tragen alle.

Die Energiebranche in Deutschland lebt seit Jahren von Subventionen in verschiedensten Ausführungen. Die Erneuerbaren Energien verdeutlichen die starke staatliche Hilfe im Energiesektor besonders. Entsprechend werden sich die Stromkosten weiter erhöhen, wie der aktuelle Energiewende-Index des Beratungsunternehmens McKinsey verdeutlicht. So sollen die Stromkosten bis 2025 um weitere 14 Milliarden auf 77 Milliarden Euro steigen. Vor allem steigende Brennstoffkosten und Netzentgelte tragen dazu bei. 2010 lagen diese noch bei 55 Milliarden Euro.

So haben sich von den 15 Kennwerten des Energie-Index zehn Werte verschlechtert. Für vier gab es noch nicht einmal aktualisierte Daten. Dies hat zur Folge, dass sich nicht nur die Stromkosten erhöhen, sondern schon jetzt einige Ziele als unrealistisch eingestuft werden, so die dem Index zugrundeliegende Analyse. „Neben dem CO2-Ausstoß betrifft dies den Primärenergie- und den Stromverbrauch, die Kosten für Netzeingriffe, den Ausbau der Transportnetze, die Haushalts- und Industriestrompreise sowie die Höhe der EEG-Umlage.“

Bei einer Verteilung der Gesamtkosten auf alle deutschen Haushalte wäre der deutsche Durchschnittshaushalt dann 2025 mit 335 Euro mehr belastet als heute. Darüber hinaus führen die regionalen Unterschiede im Netzausbau zu einem spürbaren Preisgefälle für die Endkunden: „Ist z. B. in Regionen mit hohem Erneuerbaren-Anteil wie Nord- oder Ostdeutschland mehr Ausbau erforderlich, steigen dort die Strompreise gegenüber Kunden in anderen Teilen Deutschlands. Dies schürt zugleich politische Widerstände gegen die Energiewende insgesamt.“

Im Gegensatz zum europäischen Durchschnittpreis sind schon jetzt die Haushaltsstrompreise erneut von 29,35 Cent auf 30,38 Cent gestiegen. „Mittlerweile liegt das Preisniveau für deutschen Haushaltsstrom 47,3  Prozent über dem europäischen Durchschnitt.“ Die Industriestrompreise hingegen sind leicht gesunken: auf 10,21 Cent. Diese liegen damit jedoch weiterhin 17,1 Prozent über dem europäischen Schnitt.

Die beschriebenen Mehrkosten sind auch auf den zunehmenden Netzausbau, der durch Zubau von Erneuerbaren und Abschaltung konventioneller Kraftwerke erforderlich wird, zurückzuführen. So sei der Analyse zufolge bei den Übertragungsnetzen mit einem zusätzlichen Investitionsbedarf bis 2025 von ca. 40 Milliarden Euro zu rechnen: Offshore-Anbindung (15 Milliarden Euro) und die Erdverkabelung (8 Milliarden Euro). „Bei den Verteilernetzen stehen Mehrausgaben in Höhe von 29 Milliarden Euro an. Die regulatorisch festgelegte Verzinsung auf diese Investitionen treibt dann die jährlichen Kosten.“

Wie schwierig die Situation der Erneuerbaren trotz Subventionierung weiterhin ist, zeigt ein Blick auf die Beschäftigungsverhältnisse der Branche. Seit vier Jahren sinkt die Zahl der Beschäftigten. Zuletzt von 355.400 auf 330.000. So gingen beispielsweise in der Onshore-Wind-Branche 8.000 Arbeitsplätze verloren. In der Photovoltaik waren es 7.000 Arbeitsplätze. Aber auch in der stromintensiven Industrie kam es erstmalig zu einem Verlust von Arbeitsplätzen. Zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2016 ging die Zahl der Arbeitsplätze in der stromintensiven Industrie um 15.000 zurück.

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  1. Volker K. sagt:

    Ihre Worte:
    „Kosten werden verallgemeinert
    Kosten für Energiewende steigen
    Ohne Subventionen ist in Deutschland die Energiewende weiterhin nicht denkbar. Die Kosten tragen alle.“

    Die Kosten hierfür tragen eben nicht alle, so wie Sie in der Überschrift glauben machen wollen.
    Und sie schreiben selbst, daß die Industrie andere Preise bekommt als der Kleinabnehmer, damit diese von den erhöhten Kosten verschont wird.

    Indirekt wird die Industrie davon dennoch wieder eingeholt – jeder Euro , welcher von den Steuerzahlern für die „Energiewende“ aufgewandt werden muß, fehlt beim Konsum.