Chinas Notenbank warnt vor zu hoher Verschuldung

Die hohe Verschuldung chinesischer Firmen lässt sich laut Zentralbank nicht so schnell abbauen.

„Der Verschuldungsgrad der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ist zu hoch“, sagte Notenbank-Chef Zhou Xiaochuan am Freitag in Peking. Die Banken würden „Zombie“-Firmen, die finanziell auf keinen grünen Zweig kommen, künftig nicht mehr stützen. Außerdem werde es Restrukturierungen geben, Überkapazitäten in der Industrie müssten auch abgebaut werden. „Ich denke, dass dies ein mittelfristiger Prozess ist“, sagte Zhou. „Kurzfristig wird es keine eindeutigen Ergebnisse geben, denn der Schuldenstand ist sehr groß.“

Die Verbindlichkeiten der Unternehmen machen inzwischen 169 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft aus, wie aus Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervorgeht. Viele Kredite werden inzwischen aufgenommen, um alte bezahlen zu können.

Die chinesische Notenbank geht außerdem davon aus, dass sich der Wechselkurs des Yuan in diesem Jahr stabil entwickeln wird. Kursschwankungen seien aber normal, so Zhou am Rande des Volkskongresses. Ein Rückgang bei den Devisenreserven sei ebenfalls üblich und nicht ungünstig. Die Volksrepublik werde darauf nicht überreagieren. Die grenzüberschreitenden Kapitalströme sollten sich künftig weitgehend ausgleichen. Er trat damit Sorgen vor einer sich fortsetzenden Abwertung der chinesischen Währung entgegen.

Im Jahr 2016 hat die Volksrepublik rund 330 Milliarden Dollar in die Hand genommen, um die Kapitalflucht aus dem Land abzumildern und die heimische Währung zu stützen. Der Devisenschatz des Landes sank dadurch auf rund drei Billionen Dollar, ist aber immer noch mit Abstand der weltgrößte. Die chinesische Währung hat laut Händlern ein rabenschwarzes Jahr hinter sich: Der Yuan verlor 2016 so stark an Wert wie seit 1994 nicht mehr.

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