Familienunternehmen stützen Arbeitsmarkt

Die Zahl der Beschäftigten in den TOP 500 Familienunternehmen wuchs 2014 auf über 3,14 Millionen

Mittlerweile haben die Familienunternehmen einen Anteil an der gesamten Inlandsbeschäftigung 2014 von gut zehn Prozent. (Grafik: Stiftung Familienunternehmen)

Mittlerweile haben die Familienunternehmen einen Anteil an der gesamten Inlandsbeschäftigung 2014 von gut zehn Prozent. (Grafik: Stiftung Familienunternehmen)

Während die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer Deutschlands in den Jahren von 2006 bis 2014 um 14 Prozent anwuchs, konnten die 500 größten Familienunternehmen diese Entwicklung deutlich übertreffen. Ihnen gelang es im gleichen Zeitraum, ihre Beschäftigungszahlen um 19 Prozent (auf 3,17 Millionen Beschäftigte) anzuheben. Die 27 nicht-familienkontrollierten DAX-Unternehmen erreichten im gleichen Zeitraum lediglich eine Steigerung von zwei Prozent. „Ohne die Eroberung innovativer neuer Märkte und ohne die Treue zum Standort Deutschland wäre dies nicht möglich gewesen“, erklärt dazu Brun-Hagen Hennerkes, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Familienunternehmen.

Seit einem guten Jahrzehnt lässt die Stiftung regelmäßig die volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Familienunternehmen untersuchen. Nach der neu vorliegenden Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) in Mannheim haben die 500 größten deutschen Familienunternehmen weltweit prozentual mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als im Inland. Der Anstieg der Beschäftigten global von 2006 bis 2015 beläuft sich auf 28 Prozent.

„Dieser Erfolg ist nicht allein auf die Eroberung fremder Märkte, sondern ebenso auf die Entwicklung neuer, hochtechnisierter Produkte zurückzuführen“, erklärt Hennerkes und warnt, dass der Weg ins Ausland jedoch aufgrund der außenpolitischen Wirrnisse große Gefahren in sich berge. Den Parteien solle dies gerade kurz vor der Bundestagswahl als alarmierendes Warnsignal dienen. „Die Wahlkämpfer haben es in der Hand, den Familienunternehmen für ihre langfristige Planung rechtzeitig verlässliche Rahmenbedingungen für die nächste Legislaturperiode zu signalisieren. Die Unternehmer werden jedenfalls die Parteiprogramme sehr genau daraufhin prüfen, ob ihre Interessen angemessen berücksichtigt werden. Das Ergebnis dieser Prüfung entscheidet über das Wahlverhalten der Unternehmer wie auch erfahrungsgemäß das von Millionen ihrer Mitarbeiter“, mahnt Hennerkes.

In seiner Studie hat das ZEW weiter untersucht, in welchem Umfang die Gesamtheit der deutschen Familienunternehmen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft üben. Alle Familienunternehmen zusammengenommen halten einen Anteil von 91 Prozent an den privatwirtschaftlichen Unternehmen Deutschlands. 57 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in familienkontrollierten Unternehmen und sie erwirtschaften etwa 55 Prozent des Gesamtumsatzes. Ein deutsches Spezifikum ist der mit 45 Prozent hohe Anteil der Familienunternehmen an den Großunternehmen mit 50 Millionen Euro Umsatz und mehr. Die überwiegende Zahl der Familienunternehmen besteht zwar aus kleinen Firmen mit weniger als zehn Beschäftigen, trotz ihrer geringen Größe besitzen sie jedoch für die Volkswirtschaft eine entscheidende Bedeutung.

Die Untersuchung weist auch nach, dass die Mehrzahl der 500 größten Familienunternehmen keineswegs durch Defizite im Bereich der Nachfolge frühzeitig zum Scheitern verurteilt ist. Die Studie belegt, dass mehr als die Hälfte von ihnen bereits seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts existieren. 26 von ihnen lassen sich in ihrer Entstehung sogar bis vor das Jahr 1800 zurückverfolgen. Nur fünf von ihnen haben ein Gründungsdatum später als das Jahr 2000. „Die Studie beweist damit, dass es der Mehrzahl der größten Familienunternehmen gelungen ist, die schwierigen Klippen der Nachfolge über Generationen hinweg erfolgreich zu meistern“, konstatiert Hennerkes.

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