EU-Umweltausschuss lehnt Zulassung genveränderter Maissorten ab

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat sich gegen den Import oder die Verwendung von genveränderten Maissorten in der EU ausgesprochen.

Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Dienstag in Brüssel gegen einen Vorschlag der EU-Kommission, demzufolge mehrere genmanipulierte Maissorten des Schweizer Herstellers Syngenta zugelassen werden sollten. Entscheiden muss am Montag allerdings ein Gremium der Mitgliedstaaten. Es wären die ersten Zulassungen von genmanipuliertem Mais auf europäischen Äckern seit 1998.

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa hatte die betroffenen Sorten bereits geprüft und keine Einwände gegen die Zulassung. Der Umweltausschuss des Parlaments kritisierte jedoch mögliche Kreuzungen der Sorten, aus denen bis zu 20 genmanipulierte Untersorten entstehen könnten.

Über die Zulassung von Genmaissorten muss ein Sondergremium der Mitgliedstaaten entscheiden – der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel. Dort waren die Vertreter der EU-Länder im Januar allerdings zu keiner Einigung gekommen. Kann der Berufungsausschuss der Mitgliedstaaten am Montag ebenfalls keine Empfehlung aussprechen, fällt die Entscheidung auf die Kommission zurück.

Auch im Falle einer Zulassung wäre Deutschland jedoch nicht betroffen. Denn seit 2015 dürfen die Mitgliedstaaten den Anbau von genveränderten Pflanzen auf ihrem Staatsgebiet auch dann untersagen, wenn ein Saatgut die Zulassung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat.

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