Region Zürich zieht ausländische Unternehmen an

Region Zürich zieht ausländische Unternehmen an

Im Jahr 2016 siedelte die Standortmarketing-Organisation Greater Zurich Area AG (GZA) zusammen mit ihren kantonalen, regionalen und städtischen Partnern 101 ausländische Unternehmen im Wirtschaftsraum Zürich an. Die Unternehmen planen, in den nächsten fünf Jahren über 1.500 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die amerikanischen Life-Science-Unternehmen Alnylam Pharmaceuticals und Cardinal Health sind Beispiele erfolgreicher Ansiedlungen aus attraktiven Branchen.

Die Zahl der Ansiedlungen ausländischer Unternehmen in der Greater Zurich Area erhöhte sich von 93 im Jahr 2015 auf 101. Letztmals wurden 2010 mehr als hundert Firmen angesiedelt. Die neu angesiedelten Unternehmen schufen im Berichtsjahr 434 Arbeitsplätze. Sie planen, in den nächsten fünf Jahren 1.541 neue Stellen zu schaffen.

63 der angesiedelten Unternehmen stammen aus Branchen, die sich durch eine hohe Wertschöpfung und Innovationskraft auszeichnen. Dazu zählen Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik, ICT, Cleantech und Maschinenindustrie. 39 Unternehmen stammen aus Europa. Allerdings ist diese Zahl leicht rückläufig. Im Vorjahr waren es noch 46 Ansiedlungen. Dennoch: Sowohl deutsche wie italienische Technologieunternehmen interessieren sich für F&E-Kooperationen mit Schweizer Forschungsinstitutionen.

31 Ansiedlungen und damit 4 mehr als 2015 kamen aus den USA – 9 aus China. 22 Unternehmen stammen aus Regionen ausserhalb der GZA-Fokusmärkte. So hat beispielsweise Biogen im Januar mit dem Bau einer Produktionsanlage für Medikamente in Luterbach SO begonnen. Zudem hat die China Constraction Bank eröffnet. Ein Meilenstein in der Unternehmensansiedlung war sicherlich auch Google. Das Unternehmen wählte Zürich als Standort für sein erstes Forschungslabor für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen ausserhalb der USA. Kein Wunder: Schließlich wurde die Schweiz im vergangenen Jahr das sechste Jahr in Folge Spitzenreiter des Global Innovation Index.

„Wir freuen uns über die Ansiedlung von 101 ausländischen Unternehmen“, sagte Sonja Wollkopf Walt, Geschäftsführerin der Greater Zurich Area AG. „Sie bringen dem Wirtschaftsraum Zürich neue Innovationskraft, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.“ Das gute Ergebnis sei nicht selbstverständlich angesichts des starken Frankens, der Unsicherheit um die Unternehmenssteuern, der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative oder des Brexit.

Während einer Medienkonferenz der GZA erläuterten zwei US-amerikanische Unternehmen ihre Beweggründe für eine Ansiedlung in der Greater Zurich Area. Das Biopharma-Unternehmen Alnylam ist auf Expansionskurs und gründete 2016 einen Europa-Hauptsitz im Kanton Zug. „Der Zugang zu Top-Talenten macht Zug in der Greater Zurich Area zum idealen Standort, um mit der Expansion von Alnylam zu beginnen“, erklärte Emmanuel Dulac, Chief Commercial Officer von Alnylam Pharmaceuticals. Zurzeit arbeiten am Standort rund zehn Personen in den Bereichen Vertrieb, Geschäftsentwicklung, Personal, Recht und Informatik.

Das Medizintechnik-Unternehmen Cardinal Health übernahm im Zuge der internationalen Expansion im Oktober 2015 die Medtech-Sparte Cordis von Johnson & Johnson. Das Unternehmen wählte den Kanton Zug als globalen Hauptsitz von Cardinal Health Cordis und baute ihn 2016 auf über 50 Mitarbeitende aus. „Der Kanton Zug bietet uns gute Voraussetzungen, um inmitten ähnlich denkender Unternehmen aus dem Bereich Life Science zu arbeiten. Dies ermöglicht es uns, international die besten Talente anzuziehen“, so Bertrand Deluard, President EMEA von Cardinal Health Cordis.

Allerdings könnte die Schweiz in den kommenden Monaten an Attraktivität für ausländische Unternehmen verlieren. Viele multinationale Unternehmen sind wegen Standortfaktoren wie attraktiven Steuermodellen und einem liberalen Arbeitsrecht in die Schweiz gekommen. Diese sehen nun viele gemäß einer Studie des Unternehmensberaters KPMG in Gefahr. Insbesondere die stockende Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III (USR) führe zu mangelnder Planungssicherheit und bedrohe die Standortqualität für global tätige Firmen.

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